Gans oder gar nicht – Köttbullar oder Wurst?

Kulinarische Gedanken aus Europa

Gemeinsamer Beitrag mit Judith von judith-golightly.com

Jedes Jahr die gleiche Diskussion im Hause Golightly: Was kommt Heiligabend auf den Tisch? Kennt ihr, oder? Der Liebste möchte gerne klassisch Kartoffelsalat mit Würstchen und ich ja eigentlich lieber Fisch mit Salzkartoffeln. Hat ja auch was mit Kindheitserinnerungen zu tun. Oder ist das etwa ein Ost-West Konflikt, wie ich anfangs vermutete? Eher weniger.

Traditionell gibt es auf der Welt ja viele verschiedene Feiertagsschmankerl. Die Gans und der Truthahn sind da klar die Nummer eins, ob nun als signifikantes Ende der katholischen Fastenzeit damals gefeiert oder weil Königin Elisabeth beim Sieg über die Spanier gerade zufällig Gans aß und diese fortan per Dekret zum Weihnachtsbraten machte, inklusive Knödel und Rotkraut versteht sich. Dies konnten sich natürlich nicht alle leisten, daher aß das gemeine Volk eher günstiges Fast-Food und daraus ist unter anderem tatsächlich die „Kartoffelsalat und Würstchen Tradition“ entstanden.

Was immer noch nicht erklärt, warum sich so viele immer an Weihnachten ums Essen zoffen.

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Kladdkaka

Komischer Name, aber ein famoser Kuchen!

Kladdkaka ist ein schwedischer Schokokuchen, der innen noch schön feucht ist – daher der Name. Denn ‚kladd‘ kommt von ‚kladdig‘, was so viel wie teigig bedeutet.

Das Geniale an diesem Rezept ist, dass man alle Zutaten in einem einzigen Topf verrührt und dann von dort direkt in die Form gießt. Außerdem kann man diesen Kuchen auch mal auf die Schnelle backen: Er erfordert keinerlei fancy Zutaten und es dauert gerade mal eine knappe Stunde (inklusive backen), bis man den kaka essen kann.

Jetzt aber los.

Ofen auf 175 Grad vorheizen. Weiterlesen

Schokodrops-Kuchen

Hier das Rezept für einen wirklich leckeren und sehr saftigen Schokodrops-Kuchen!

Und glaubt mir, wenn er hier im Haus den Test bestanden hat, muss er wirklich gut sein. Bei meinem großen Sohn geht nichts ohne Schokolade – check. Und mein Mann hat eine absolute Phobie gegen sämtliche Lebensmittel, die trocken sind. Er behauptet, das läge daran, dass er als Kind immer so viele trockene Kartoffeln essen musste 😄 Also, den Saftig-Genug-Check hat er auch bestanden.

Ihr braucht dafür Weiterlesen

Life Hacks für Eltern und solche die es werden wollen

Was Ofengemüse mit der Neugeborenenzeit zu tun hat? So einiges!

Hier sind meine – nicht wissenschaftlich belegten, sondern lediglich am eigenen Leib erprobten – Überlebensstrategien für die erste Zeit mit Baby.

Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er die Zeit mit Baby zu bewältigen hat. Nichts läge mir ferner. Aber es gibt natürlich einiges, was ich im Laufe von vier Schwangerschaften und vier Mal Neugeborenenzeit gelernt habe. Und das ist vor allem, die Feste so zu feiern wie sie fallen. Allgemein bin ich jemand, der ziemlich gut organisiert ist. Aber: das funktioniert mit Baby ja eben nicht immer so einwandfrei. Mein Survivaltipp für alle Eltern ist deswegen:

Do it while you can! 

Wenn das Baby gerade schläft, von Papa, Oma oder Onkel Eckbert gerade gut betreut ist, dann tue das, was dich später entlastet oder dir gut tut!

Irgendwie fällt es mir schwer zu beschreiben, was ich damit meine, ohne so Über-Mutter-Hausfrauen-mäßig zu erscheinen. Deswegen ein Beispiel: Nummer 1, 2 und 3 waren in der Schule bzw. im KiGa. Nummer 4 hatte ich hingelegt, da ich das Mittagessen vorbereiten wollte. Schnell, schnell ein paar Nudeln. Erstaunlicherweise war sie aber ganz zufrieden und ist sogar einfach so eingeschlafen. Deswegen habe ich die Gelegenheit genutzt und das Ofengemüse für das Abendessen schon geschält, kleingeschnitten, in Öl und Gewürze eingelegt und in den Kühlschrank gestellt. So konnte ich es abends einfach auf das Blech schütten – das geht nämlich auch mit nur einer freien Hand. 😑

Das ist aber auch ein eher „großes“ Beispiel für das was ich meine. Es geht mir auch um Kleinigkeiten. Vor allem Erstlings-Eltern werden doch oft verunsichert mit dem was man angeblich tun darf und was nicht …

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Pinnwand mal anders

Mit Kindern gibt es bekanntermaßen immer eine Menge Bilder, Zettel und Fotos, die nach Hause geschleppt werden und die (zumindest für eine Weile) einen Platz im Rampenlicht verdient haben. Aus sicherer Quelle weiß ich, dass sich viele Eltern oft fragen: „Wohin nur damit?“ Natürlich kann man eine Pinnwand aufhängen. Hatten wir auch schon. Hat mir aber nicht so gut gefallen. Und die fiesen, spitzen Pins sind irgendwie überall rumgeflogen … Eine schöne Schnur mit Wäscheklammern ist natürlich auch eine Alternative.

Da wir uns aber nach unserer Küchen-/Esszimmerrenovierung extrem schwer damit tun, Löcher in die makellosen Wände zu bohren, haben wir uns für eine andere Variante entschieden: Für … Trommelwirbel … MAGNETFARBE! Das haben wir bei Freunden gesehen und waren ganz begeistert davon. Die beiden waren so schlau, diese Farbe schon beim Hausbau einzuplanen. Uns ist es erst NACH der Renovierung eingefallen 😂 Profis halt. Das hat bedeutet, dass wir die frisch verputzte und gestrichene Wand nochmal überstreichen mussten. Weiterlesen

Weltbester Hefeteig

Dank meinem lieben Freund Tobi bin ich bereits seit einiger Zeit erleuchtet was das Thema selbst gemachten Pizzateig angeht. Denn er hat mir beigebracht, dass man den Teig für den authentischen Geschmack mindestens 24 h im Kühlschrank gehen lassen muss! Denn erst durch das langsame Gehen findet die alkoholische Gärung statt, die für das spezielle Aroma verantwortlich ist. Ich weiß, dass jetzt viele denken: „Was, wie soll ich das denn machen? So lange auf den Teig warten???“ Aber, ich sage euch: es lohnt sich! Wirklich und ehrlich! Und man kann nicht nur Pizza aus dem Teig machen, sondern auch einfaches Brot oder Focaccia! Probiert es aus …

Ich habe mir angewöhnt, öfter mal solchen Teig anzusetzen und dann in einzelnen Portionen im Kühlschrank aufzubewahren. Je nach Bedarf nehme ich dann eine oder mehrere Portionen raus und backe  etwas daraus. Das ist wirklich irre praktisch und noch dazu wahnsinnig lecker.

Das Rezept ist total einfach: Weiterlesen

SO. VIELE. GEFÜHLE.

Puh. Was sind das im Moment für emotionale Tage.

Vor elf Tagen habe ich mein viertes Kind geboren. Heute hätte sie eigentlich erst auf die Welt kommen sollen.

Heute ist aber auch der erste Todestag unseres geliebten Hundes. Er war bei uns, seit er ein kleiner Welpe war.  Als er starb, war er knapp elf Jahre alt. Das bedeutet fast elf Jahre Spaziergänge. Egal bei welchem Wetter. Fast elf Jahre Dreck, nasse Pfotenabdrücke und Hundehaare. Im Haus und im Auto. Fast elf Jahre immer der Hund im Hinterkopf. Was machen, wenn wir länger weg sind? Fast elf Jahre Urlaub mit Hund. Immer mit dem Auto. Immer dorthin wo er mitkommen durfte. Fast elf Jahre Rücksichtnahme und Kompromisse. Tierarztrechnungen, Futterkosten, Kacktüten.

Aber auch fast elf Jahre unbändige, unmittelbare und ungebremste Liebe. Linus war groß, schwarz und hat manchmal ziemlich gestunken, aber er war eine echte Seele von einem Hund. Kein Kind, kein Kindergeburtstag, kein noch so großes Geschrei konnten ihn aus der Ruhe bringen. Und auch wenn es ein Klischee ist: Es war einfach so schön, nach Hause zu kommen und zu wissen, dass er da sein und vor Freude ausrasten wird. Einfach nur, weil du heimkommst.

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Schwedische kokosbollar

Sehr beliebt in Schweden sind kleine süße Teilchen, die man zum Kaffee isst. So wird daraus eine fika(paus), also eine Kaffeepause. Ein für uns lustiges Wort, aber eine schöne Tradition. Das Kaffeetrinken wird in Schweden ziemlich zelebriert – man trinkt gerne und viel Kaffee.

Es gibt traditionell Kekse, Gebäckstücke oder eben sogenannte kokosbollar (oder auch chokladbollar) dazu.

Aus gegebenem Anlass – eine meiner Lieblingsschwestern feiert morgen Geburtstag – habe ich heute welche selbst gemacht. Da meine andere Lieblingsschwester jeden Januar ihr eigenes Fasten-Programm durchzieht und auf alle tierischen Produkte und konventionellen Zucker verzichtet, habe ich diesmal auch eine vegane Variante gemacht. Beides geht super schnell und einfach und man kann es unendlich variieren. UND die Kinder mögen es auch!

Hier das Rezept

150 g Butter oder Kokosöl (Zimmertemperatur)

2 dl Zucker oder Xylit (Birkenzucker)

3,5 dl feine Haferflocken

1 dl Kokosflocken

1,5 EL Vanillezucker oder Xylit

4,5 EL Kakaopulver

3 EL kalter Kaffee (mit Kaffee schmeckt es besser, wer aber der Kinder wegen auf Kaffee verzichten möchte, kann auch einfach Wasser nehmen)

Kokosflocken oder Hagelzucker zum verzieren

In Schweden werden Rezepte traditionell in dl=Dezilitern angegeben. Man benutzt zum Abmessen kleine Messbecher. Die gibt es unter anderem bei IKEA. 

Erst das Fett mit dem Zucker vermischen (von Hand oder mit dem Rührgerät), dann die restlichen Zutaten unterrühren. In einen tiefen Teller die Kokosflocken oder den Hagelzucker (ich persönlich stehe auf die Kokosvariante) schütten. Aus dem Teig kleine Kügelchen formen und in den Flocken hin- und herrollen.

Die fertigen Kügelchen in einer Dose im Kühlschrank mindestens eine Stunde kaltstellen. (Vor allem die Butter-Variante – die bollar aus Kokosöl sind von Natur aus härter) Man kann sie auch super einfrieren. Aber bei uns kommt es irgendwie nie dazu ;)

Ich bin mir relativ sicher, dass man die chokladbollar auch noch „gesünder“ machen kann und den Zucker zum Beispiel durch Honig oder Agavendicksaft ersetzen kann. Ich habe es nur noch nie ausprobiert.

Jetzt noch Kaffee kochen und die süßen Kugeln genießen …

Weltbester Zitronenkuchen

Dieses Rezept war eines der ersten, das ich mir je angeeignet habe und ich finde, es ist nach wie vor das allerbeste Rezept für Barbarakuchen, also Zitronenkuchen! Außerdem habe ich kürzlich rausgefunden, dass der Teig auch in Muffinform gut gelingt.

Nich lang schnacken – hier das Rezept:

200 g Butter

250 g Zucker

abgeriebene Zitronenschale

4 Eier

125 g Speisestärke

125 g Mehl

0,5 TL Backpulver

und für den Guss

Saft einer halben Zitrone

circa 6 EL Puderzucker

Bei dem Teig darauf achten, dass die Butter wirklich weich ist. Zunächst die Butter mit dem Zucker und der Zitronenschale verrühren, bis alles schön cremig und ein bisschen heller geworden ist. Danach die Eier hinzugeben (am besten wirklich eines nach dem anderen, und immer so lange rühren, bis man das Ei nicht mehr sieht). Dann das Mehl, die Speisestärke und das Backpulver dazu. Alles nochmal kräftig verrühren.

Für den Kuchen: Den Teig in eine (am besten mit Backpapier ausgekleidete) Kastenform füllen und bei 175 Grad (ohne Umluft) circa 70 Minuten backen. Macht immer mal wieder eine Stäbchenprobe, denn der Kuchen sollte nicht total trocken gebacken werden.

Für die Muffins: den Teig in eine (am besten mit Papierförmchen ausgekleidete) Muffinform füllen. Bei mir werden es immer 12 große Muffins. Dann bei 175 Grad (ohne Umluft) circa 25-30 Minuten backen. Auch hier empfiehlt sich die Stäbchenprobe.

Anschließend bei beiden Zubereitungsarten den Zitronenguss auf dem Backwerk verteilen. Nach Belieben noch Streusel drauf und fertig!

Viel Spass beim Nachbacken

Sitzkissen selber nähen

Jedes Mal wenn ich wieder etwas nähe, macht es mir solchen Spaß, dass ich mich immer frage, warum ich das nicht viel öfter mache. Aber so ist das nunmal im Alltag einer Mutti ;) Man hat oft nicht genug Zeit für sich und die Dinge, die einem Spaß machen.

Jetzt hatte ich also mal wieder Zeit und eine Idee. Wir haben eine L-förmige Couch, die es mit sich bringt, dass immer nur einer von uns bequem seine Beine ausstrecken kann. Deswegen wollte ich gerne ein paar Sitzkissen nähen, die man gut übereinander stapeln kann um seine Füße darauf ablegen zu können.

Das Schöne an diesem Projekt war und ist, dass es so unglaublich simpel und schnell genäht ist. Also ein tolles Projekt auch für Nähanfänger.

Für die drei verschiedenen Kissen, die ich bis jetzt genäht habe, habe ich einen sehr weichen, leicht dehnbaren Stoff (beige; daraus wollte ich ursprünglich mal einen Schal nähen), einen richtigen Polsterstoff (der rosafarbene) und zwei feste IKEA-Stoffe (grün und weiß mit Punkten) genommen.

Zunächst muss man nur zwei große Kreise ausschneiden. In Ermangelung einer passenden Vorlage habe ich mir aus einem Stück Papier einen Viertel-Kreis ausgeschnitten und den dann auf den Stoff gelegt und abgezeichnet (zeichnen, nach rechts spiegeln, zeichnen, nach unten spiegeln, zeichnen, nach links spiegeln, zeichnen).

Bei dem kleineren Kissen konnte ich den Deckel einer Tonne als Vorlage benutzen. Anschließend die Kreise ausschneiden.

Dann legt man die Stoffe rechts auf rechts aufeinander. Für Nähanfänger: rechts auf rechts bedeutet, dass sich die beiden schönen Seiten anschauen bzw. innen berühren. Bei unifarbenen Stoffen ist das meist egal. Das heißt, von außen sieht man die Stoffseiten, auf die man die Umrisse gemalt hat.

Nun steckt man alles rundherum mit Nadeln fest. Dabei sollte man sich die Wendeöffnung am besten mit quergesteckten Nadeln markieren. Die Wendeöffnung ist der Ausschnitt, durch den man den Stoff nach dem Zusammennähen von innen nach außen stülpen kann und durch den man dann das Kissen auch befüllt. Die Öffnung sollte also ungefähr so breit sein wie eure Faust.

Dann einmal (fast) rundherum zunähen. Ich benutze dazu einen Stretch-Geradstich. Das dauert zwar ein bisschen länger, da immer abwechselnd vorwärts und rückwärts genäht wird, aber dafür gibt es eine reißfeste, dehnbare Naht.  Nach dem Wenden muss man das Kissen nur noch füllen. Ihr könnt dazu entweder diese Kügelchen benutzen, mit denen man auch Sitzsäcke befüllt oder einfach Kissenwatte. Ich habe normale Kissenfüllung genommen. Die kann man im Stoffladen kaufen oder man kauft bei Ikea die billigsten Kopfkissen (3,99€) und nimmt daraus die Füllung. Es empfiehlt sich, die Sitzkissen relativ dicht zu stopfen. Wenn ihr übrigens lieber die Kügelchen benutzen wollt, solltet ihr zunächst einen Innensack aus ganz einfachem Stoff nähen, damit, falls eine Naht aufgehen sollte, nicht gleich alles voll mit diesen wunderbar elektrostatisch aufgeladenen Mini-Bällchen ist. Ich spreche aus Erfahrung ;)

Wenn ihr das Kissen gefüllt habt, müsst ihr nur noch die Wendöffnung verschließen. Man kann natürlich einfach von außen die Naht mit der Nähmaschine verschließen. Das ist aber zum einen ein bisschen knifflig und zum anderen sieht es danach nicht besonders schön aus. Am besten näht ihr die Öffnung von Hand mit dem sogenannten Matratzen- oder Leiterstich zu. Das ist ein besonderer Stich, den man nachher von außen nicht mehr sehen kann. Dazu gibt es tolle Anleitungen auf YouTube. Lasst euch nicht entmutigen, falls ihr das noch nie gemacht habt: es sieht zunächst komplizierter aus als es ist. Und es lohnt sich wirklich, diesen Stich zu lernen.

So, nun aber genug der weisen Worte. Ich wünsche euch viel Spaß beim Nähen!

Anna