Urlaub hooray ho hooray

Nachdem auf meine Instagram-Story solch vielzählige und tolle Antworten kamen, habe ich beschlossen, alles in diesem Beitrag zu sammeln. Hier kommen sie also: Die gesammelten Tipps und Tricks zu Urlauben mit Kindern und Hund und viel Gepäck und wie man dem Ganzen am besten entgegentritt.

Stufe 1 - Vor dem Urlaub

Zeitplan malen

Ich mache (je nach Ungeduld) immer so 40-30 Tage vor dem Urlaub ein Bild, bei dem die Kinder die noch verbleibenden Tage abstreichen können. So erspare ich mir tägliche Nachfragen à la „Wie lange dauert es noch, bis wir in den Urlaub fahren?“

Das war natürlich ein Scherz. Die Fragen kommen natürlich trotzdem. Aber dann kann man wenigstens brüllen: „Schau doch einfach selbst nach!!!“

Sammelkiste bereitstellen

Circa 3-4 Wochen vorher stelle ich eine Kiste (oder eine Tasche oder einen Korb – kurzum: ein Auffangbecken) auf, in die/den wir alles legen, was wir unbedingt mit in den Urlaub nehmen wollen und das Gefahr läuft, wieder in der Versenkung zu verschwinden. Das kann so etwas sein wie eine Taschenlampe oder vielleicht ein Fernglas oder auch ein Buch, das unbedingt mit muss. Das Gleiche mache ich übrigens auch kurz vorher mit den Kinderklamotten – Teile, die unbedingt mit sollen, wandern circa eine Woche vorher in die Tasche. Das erspart mir den Stress, am Vorabend noch ganz dringend das Michael-Jordan-T-Shirt waschen zu müssen, weil man ohne dieses AUF KEINEN FALL losfahren kann.

Kiste oder Wanne anstatt Tasche

Ich packe immer mindestens eine Kiste mit ein. Also anstelle einer Tasche/eines Koffers benutze ich eine Kunststoffwanne. Denn, gerade mit kleineren Kindern, kann man die immer gebrauchen. Als Babybadewanne, als Matschkiste, als Sammelbecken für Insekten, als Tritt für zu hohe Waschbecken …

Einige von euch hatten das übrigens als Packtipp genannt: Generell anstatt Taschen (stapelbare) Kisten zu benutzen. Ich finde, dass das für große Autos und beim Camping wirklich genial ist. Für uns (mit Dachbox) ist es dieses Jahr keine Option …

Liste schreiben

Viele von euch haben mir geschrieben, dass sie vor dem Urlaub eine Liste schreiben. Ich brauche das auch – ich schreibe sogar zwei: Eine mit Dingen, die ich noch vor dem Urlaub erledigen bzw. besorgen muss und eine mit all den Dingen, die wir packen müssen. Besonders nett fand ich den Vorschlag, für kleinere Kinder eine Liste zu malen – zB mit 10 Unterhosen, damit sie diese selbstständig packen können.

Packtaschen

Sehr viele von euch haben mir Packtaschen empfohlen. Die gibt es in ganz unterschiedlichen Formen und Größen. Einige haben die mit Vakuum und andere wiederum die herkömmlichen empfohlen. Wir werden dieses Jahr erstmals welche bestellen und benutzen. Ich werde berichten ;)

Ganz profane Packtipps

Rollen statt Falten! Spart angeblich Platz und ist definitiv besser gegen Falten.

Schuhe einzeln einpacken! Wenn man sie zusammen in einen Beutel macht, wird das ein ziemlich unhandliches Paket.

Nein, das Kleid, das du in den vergangenen 4 Jahren und 278 Tagen nicht getragen hast, wird nicht DER KNALLER im Urlaub. Und die Schuhe, die so ein bisschen drücken, werden nicht FANTASTISCH aussehen, wenn du damit an der Promenade entlang flanierst. Also doch, das werden sie schon, aber sie werden eben auch im Urlaub furchtbar drücken … Lieber beliebte Klassiker einpacken, die man gut miteinander kombinieren kann.

Generell gilt: Erst die großen Sachen packen, dann die Lücken mit kleinen Teilen ausstopfen. (Man kann auch zB Socken in Unterhosen stopfen – das nennt man dann Bomben, nicht wahr, Livia?!)

Oberste Prämisse: Jede noch so kleine Lücke nutzen! Meist haben Autos noch versteckte Fächer. Glaubt mir. Bei einem Auto haben wir eine Woche bevor es verkauft wurde, ein geheimes Regenschirmfach in der Beifahrertür entdeckt.

Seit ich Kinder habe, habe ich immer große Baumwoll- oder Mullschals dabei. In jedem Urlaub und bei fast jedem Ausflug. Für irgendwas kann man sie immer gebrauchen – als Sonnensegel, als Behelfstrage, als Beinkleid (wenn der Bach erstaunlicherweise die Hose triefend nass gemacht hat), als Poncho, als Decke, als Picknickdecke, als Turban, als Ninja-Kampfanzug, als Schärpe oder (surprise!) als Schal.

Ansonsten dürfen bei uns nicht fehlen: Wäscheklammern, Haargummis, Pflaster, Fenistil, Sicherheitsnadeln, Kopfhörer, ein Splitter (damit kann man zwei Kopfhörer an ein Gerät anschließen), dutzende heruntergeladene Hörbücher, Nachtlichter und Nivea After Sun Lotion. Ja, ich weiß. Da sind vermutlich bedenkliche Inhaltsstoffe drin. Das ist auch vermutlich der einzige ‚konventionelle‘ Kosmetikartikel den ich benutze. Aber Himmel noch mal, wenn ich den Duft rieche, komme ich sofort in Urlaubsstimmung.

Dachbox

Mir ist schon klar, dass einige von euch vermutlich selbst schon auf die Idee gekommen sind, sich eine Dachbox zu kaufen oder zu mieten. Da wir die größtmögliche Variante brauchen und es für uns schwierig wäre, eine solch große Box zu lagern (Achtung: Viele große Boxen dürfen nicht hochkant gelagert werden!), sind wir dazu übergegangen, sie zu mieten. Natürlich gibt es da große Anbieter. Unserer Erfahrung nach ist es da aber recht kostspielig. Wir haben jetzt über Ebay Kleinanzeigen jemanden gefunden, der die Dachbox für faires Geld vermietet und das auch noch direkt bei uns um die Ecke. Perfekt!

Wem eine Dachbox zu unbequem ist: Wusstet ihr, dass man auch Boxen auf die Anhängerkupplung montieren kann? Meist funktioniert es als Aufbau auf einem Fahrradträger.

Das letzte Abendmahl

Am letzten Abend gibt es bei uns eigentlich immer Pizza, Flammkuchen oder Wraps. Also irgendein Gericht, bei dem man alle möglichen Salat-, Gemüse-, Käse-, Frischkäse-, oder auch Fleischreste noch gut verwerten kann. Denn ich habe mir abgewöhnt, allzu viele Lebensmittel mit in den Urlaub zu nehmen. Natürlich kann man Grundlebensmittel oder auch das heiß geliebte Müsli mitnehmen. Aber bei vielen anderen Dingen habe ich gemerkt, dass man dann im Endeffekt doch das essen möchte, was es am Urlaubsort gibt …

Stufe 2 - Die Fahrt 

Hotel

Wenn wir nicht gerade bei unserer Familie in Schweden Urlaub machen und uns zu diesem Zweck in der stuga meines Schwagers ausbreiten, buchen wir ja entweder Ferienhäuser oder verbringen Urlaub auf Campingplätzen. Klassischer Hotelurlaub ist einfach nicht unser Ding. Wir sind jedoch in den letzten Jahren dazu übergegangen, auf der Hin- und/oder Rückreise ein oder zwei Nächte in Hotels zu verbringen. Der große Vorteil: Man muss keine Bettwäsche mitbringen und so ein Frühstücksbüffet ist mit Kindern ja auch nicht zu verachten. Und der Preis hält sich meist (für wenige Nächte) auch in Grenzen. Unsere Kinder benehmen sich übrigens lustigerweise immer ehrfürchtig-anständig. Die Sau lassen sie dann immer erst auf dem Campingplatz wieder raus ;)

Überraschungen für die Fahrt

Ich versuche immer, ein paar kleine Überraschungen zu besorgen, die ich in kritischen Situationen hervorzaubern kann. Das kann ein Buch sein, ein Rätselheft, fieses Kinderkaugummi, ein Kartenspiel, Luftballons, ein fancy Getränk, Schokolade oder ein neuer Tonie (Pro Tipp: den Track vorher herunterladen! Woher ich das weiß? Sagen wir es so: I learned it the hard way ;) oder oder oder. Hauptsache es sorgt für Ablenkung in brenzligen Situationen. Und alles ist günstiger als verzweifelte Rastplatzkäufe.

Die eigentliche Fahrt

Ich weiß, dass das für manche Menschen wahnsinnig anstrengend klingt, aber für uns haben sich zwei Szenarien in den letzten Jahren bewährt.

Numero uno: Die Hinfahrt starten wir meistens zwischen 3:00 und 5:00 Uhr morgens. Das hat mehrere Vorteile: 1. Die Kinder sind noch nicht ausgeschlafen. Das bedeutet, dass sie, auch wenn sie beim ins Auto Tragen/Steigen wach werden, irgendwann noch eine Runde schlafen. Bei (durchschnittlichen) 6 Stunden Autofahrt pro Tag, sind damit schon 1-3 Stunden rum. Den Rest verbringen wir einfach mit essen … Das können wir gut. 2. Natürlich ist es ein wenig anstrengend so früh aufzustehen, aber wenn man in den Tag bzw. in den Sonnenaufgang hinein fährt, wird man schnell fit. Das ist anders als einfach die Nacht durchzufahren. 3. Ich persönlich finde es sehr entspannend, wenn ich nicht direkt vor der großen Fahrt das ganze Frühstücksgeschirr wegräumen muss. Wir stehen einfach auf, trinken einen Kaffee, wecken die Kids und los geht’s. (Einziger, ganz wichtiger Punkt: Man darf auf keinen Fall die Nachtlichter/Kuscheltiere/Lieblingskissen vergessen!)

Numero due: Bei der Rückfahrt machen wir es – soweit es sich anbietet – gerne so, dass wir den letzten Tag noch irgendwo ganz entspannt verbringen. Meistens fahren wir nach dem Frühstück ein paar hundert Kilometer und chillen dann den ganzen Tag einfach. Wenn wir aus Schweden kommen, fahren wir zum Beispiel immer bis an die Ostsee (unterhalb von Fehmarn) und verbringen einen letzten Tag am Strand. Dort mieten wir uns einen Strandkorb und hängen den ganzen Tag am Strand, auf dem Spielplatz und an der Fischbude ab. Gegen Abend essen wir dann noch irgendwo eine Kleinigkeit und setzen uns dann zwischen 18 und 19 Uhr ins Auto und fahren ganz gemütlich Richtung Heimat. Die Kinder sind dann in der Regel sehr ruhig und schlafen nach kurzer Zeit einfach ein. Meist sind wir dann gegen Mitternacht zu Hause. Da wir ja in unser eigenes Haus zurückkehren, spielt die Ankunftszeit ja auch keine Rolle. Und auf diese Weise ist die Fahrt für die Kinder angenehm und wir Eltern kommen ebenfalls noch zu einer halbwegs akzeptablen Uhrzeit ins Bett. Außerdem ist es verkehrstechnisch super entspannt. So kommt man sogar an Hamburg oder anderen Knotenpunkten stressfrei vorbei …

Spiele während der Fahrt

Ich bekomme ja leichte Stresspusteln bei „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Als Alternative dazu spielen wir „Tierraten“ – Jemand denkt an ein Tier und die anderen müssen mit ja/nein-Fragen das Tier erraten. Beispiel: „Hat dein Tier vier Beine? Lebt es im Wasser? Kann es fliegen?“

Dobble kann man ebenfalls ganz gut im Auto spielen. Auch UNO oder andere Kartenspiele funktionieren je nach Auto und Reisekrankheitstoleranz ganz gut.

Seit gut einem Jahr weiß ich übrigens auch, dass man bei Netflix Serien und Filme runterladen kann. Was soll ich sagen? #gamechanger

Einziges Problem: Der Speicherplatz. Aber davon erzähle ich euch beim nächsten Mal ;)

Ihr habt noch unschlagbare Tipps? Immer her damit!!!

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