Life Hacks für Eltern und solche die es werden wollen

Was Ofengemüse mit der Neugeborenenzeit zu tun hat? So einiges!

Hier sind meine – nicht wissenschaftlich belegten, sondern lediglich am eigenen Leib erprobten – Überlebensstrategien für die erste Zeit mit Baby.

Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er die Zeit mit Baby zu bewältigen hat. Nichts läge mir ferner. Aber es gibt natürlich einiges, was ich im Laufe von vier Schwangerschaften und vier Mal Neugeborenenzeit gelernt habe. Und das ist vor allem, die Feste so zu feiern wie sie fallen. Allgemein bin ich jemand, der ziemlich gut organisiert ist. Aber: das funktioniert mit Baby ja eben nicht immer so einwandfrei. Mein Survivaltipp für alle Eltern ist deswegen:

Do it while you can! 

Wenn das Baby gerade schläft, von Papa, Oma oder Onkel Eckbert gerade gut betreut ist, dann tue das, was dich später entlastet oder dir gut tut!

Irgendwie fällt es mir schwer zu beschreiben, was ich damit meine, ohne so Über-Mutter-Hausfrauen-mäßig zu erscheinen. Deswegen ein Beispiel: Nummer 1, 2 und 3 waren in der Schule bzw. im KiGa. Nummer 4 hatte ich hingelegt, da ich das Mittagessen vorbereiten wollte. Schnell, schnell ein paar Nudeln. Erstaunlicherweise war sie aber ganz zufrieden und ist sogar einfach so eingeschlafen. Deswegen habe ich die Gelegenheit genutzt und das Ofengemüse für das Abendessen schon geschält, kleingeschnitten, in Öl und Gewürze eingelegt und in den Kühlschrank gestellt. So konnte ich es abends einfach auf das Blech schütten – das geht nämlich auch mit nur einer freien Hand. 😑

Das ist aber auch ein eher „großes“ Beispiel für das was ich meine. Es geht mir auch um Kleinigkeiten. Vor allem Erstlings-Eltern werden doch oft verunsichert mit dem was man angeblich tun darf und was nicht …

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SO. VIELE. GEFÜHLE.

Puh. Was sind das im Moment für emotionale Tage.

Vor elf Tagen habe ich mein viertes Kind geboren. Heute hätte sie eigentlich erst auf die Welt kommen sollen.

Heute ist aber auch der erste Todestag unseres geliebten Hundes. Er war bei uns, seit er ein kleiner Welpe war.  Als er starb, war er knapp elf Jahre alt. Das bedeutet fast elf Jahre Spaziergänge. Egal bei welchem Wetter. Fast elf Jahre Dreck, nasse Pfotenabdrücke und Hundehaare. Im Haus und im Auto. Fast elf Jahre immer der Hund im Hinterkopf. Was machen, wenn wir länger weg sind? Fast elf Jahre Urlaub mit Hund. Immer mit dem Auto. Immer dorthin wo er mitkommen durfte. Fast elf Jahre Rücksichtnahme und Kompromisse. Tierarztrechnungen, Futterkosten, Kacktüten.

Aber auch fast elf Jahre unbändige, unmittelbare und ungebremste Liebe. Linus war groß, schwarz und hat manchmal ziemlich gestunken, aber er war eine echte Seele von einem Hund. Kein Kind, kein Kindergeburtstag, kein noch so großes Geschrei konnten ihn aus der Ruhe bringen. Und auch wenn es ein Klischee ist: Es war einfach so schön, nach Hause zu kommen und zu wissen, dass er da sein und vor Freude ausrasten wird. Einfach nur, weil du heimkommst.

Die Liebe für meinen Hund war natürlich anders als die, die ich für meine Kinder empfinde. Aber dennoch bin ich auch ein Jahr später unendlich traurig und vermisse ihn wie wahnsinnig. Denn er war doch irgendwie unser erstes Kind. Er hat nie in unserem Bett geschlafen, wir haben ihn auch nicht vom Tisch gefüttert und auch sonst haben wir ihn wie einen Hund, nicht wie einen Menschen behandelt. Aber mit ihm durften mein Mann und ich üben, was es heißt, gemeinsam Verantwortung für etwas zu übernehmen. Wir konnten lernen, uns abzusprechen. Wir haben auch gelernt, dass wir uns gar nicht sonderlich oft absprechen müssen, da wir uns in Erziehungsfragen meistens einig sind. So hat uns unser Hund mit auf das Abenteuer Großfamilie vorbereitet. Auch deswegen werden wir ihn nie vergessen.

Zu diesen ganzen emotionalen Daten kommen aber auch noch so viele andere Gefühle.

Ich vermisse meinen Vater, der keines seiner bisher fünf Enkelkinder (meine vier + das Baby meiner Schwester) kennenlernen durfte.

Ich vermisse auch meinen Mann, der nach ein paar Tagen daheim wieder arbeiten gehen musste. Nicht, weil er das so gerne möchte, sondern weil er muss. Ich habe mir ja nicht ohne Grund einen emanzipierten Schweden ausgesucht ;) Aber da seine Frau – also ich – nicht so der klassische Karrieretyp ist, muss er tapfer den Großteil des Familieneinkommens bestreiten. Und da man mit dem Höchstbetrag des Elterngeldes nur schwer eine sechsköpfige Familie ernähren kann, kann er keine Elternzeit nehmen.

Das bedeutet also, dass er morgens die Kinder in die Schule bzw. in den Kindergarten bringt und dann zur Arbeit fährt. Dann sind das Baby und ich alleine. Das genieße ich auch wirklich sehr, dennoch fehlt mir eben mein Mann. Ich würde so gerne mit ihm die ruhigen Vormittage auskosten und jede Bewegung, jedes Geräusch und jede volle Windel unserer Kleinsten mit ihm teilen. Aber da funkt eben die Realität dazwischen.

Zu all dem kommt dann noch diese ganz besondere Atmosphäre, wenn man gerade ein Baby geboren hat. Alles ist auf einmal wie in Watte gepackt und gleichzeitig total verstärkt.

Die Zeit geht langsamer und schneller zugleich. Alles ist entschleunigt und gleichzeitig rennen einem die Tage nur so durch die Finger. Auf einmal ist sie 11 Tage alt. Die Nabelschnur ist auch schon abgefallen. Das erste Mal baden haben wir ebenfalls hinter uns.

Deine Wahrnehmung verändert sich radikal. Auf einmal fährt jedes Auto viel zu schnell an dir vorbei. Alle reden viel zu laut. Bei der ersten Autofahrt spürst du jede einzelne Unebenheit bis ins Mark. Jedes kleine Loch in der Straße wird zu einem riesigen Graben, der den Kinderwagen viel zu sehr durchschüttelt.

Die Sonne scheint auf einmal heller. Jedes Licht ist viel greller. Der Regen ist lauter. Alles erscheint in mindestens 1000%.

Diese erste Zeit mit einem neuen Baby ist so vieles. Bewegend. Verwirrend. Bezaubernd. Anstrengend. Entspannend. Chaotisch. Eine Berg-und-Talfahrt. Emotional. Wunderschön. Lustig. Traurig. Unglaublich kleine Füße, Hände und Ohren. Weiche Haut. Winzige Klamotten, die trotzdem zu groß sind. Schmerzen im Nacken. Schmerzende Brüste. Ein überquellendes Herz.

Bestimmt erlebt jeder diese Zeit ein bisschen anders. Aber eines ist sie sicherlich für jeden: einmalig.

Und genau deswegen lasse ich diesen Beitrag jetzt Beitrag sein und versuche nicht, ihn noch zu verbessern, sondern lege mich stattdessen mit meinem Baby auf dem Arm auf die Couch. ❤️