Life Hacks für Eltern und solche die es werden wollen

Was Ofengemüse mit der Neugeborenenzeit zu tun hat? So einiges!

Hier sind meine – nicht wissenschaftlich belegten, sondern lediglich am eigenen Leib erprobten – Überlebensstrategien für die erste Zeit mit Baby.

Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er die Zeit mit Baby zu bewältigen hat. Nichts läge mir ferner. Aber es gibt natürlich einiges, was ich im Laufe von vier Schwangerschaften und vier Mal Neugeborenenzeit gelernt habe. Und das ist vor allem, die Feste so zu feiern wie sie fallen. Allgemein bin ich jemand, der ziemlich gut organisiert ist. Aber: das funktioniert mit Baby ja eben nicht immer so einwandfrei. Mein Survivaltipp für alle Eltern ist deswegen:

Do it while you can! 

Wenn das Baby gerade schläft, von Papa, Oma oder Onkel Eckbert gerade gut betreut ist, dann tue das, was dich später entlastet oder dir gut tut!

Irgendwie fällt es mir schwer zu beschreiben, was ich damit meine, ohne so Über-Mutter-Hausfrauen-mäßig zu erscheinen. Deswegen ein Beispiel: Nummer 1, 2 und 3 waren in der Schule bzw. im KiGa. Nummer 4 hatte ich hingelegt, da ich das Mittagessen vorbereiten wollte. Schnell, schnell ein paar Nudeln. Erstaunlicherweise war sie aber ganz zufrieden und ist sogar einfach so eingeschlafen. Deswegen habe ich die Gelegenheit genutzt und das Ofengemüse für das Abendessen schon geschält, kleingeschnitten, in Öl und Gewürze eingelegt und in den Kühlschrank gestellt. So konnte ich es abends einfach auf das Blech schütten – das geht nämlich auch mit nur einer freien Hand. 😑

Das ist aber auch ein eher „großes“ Beispiel für das was ich meine. Es geht mir auch um Kleinigkeiten. Vor allem Erstlings-Eltern werden doch oft verunsichert mit dem was man angeblich tun darf und was nicht …

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Haufen machen

Als wir letztes Jahr eine große Tour durch Schweden machten, haben wir auf dem Weg zu meinen Schwiegereltern einige Kindheitsfreunde meines Mannes besucht und auch teilweise bei Ihnen zuhause übernachtet. Ich finde es ja immer irre spannend, zu beobachten wie andere Familien so leben.

Bei Familie Taavo, die südlich von Stockholm wohnt, ist es immer besonders nett und spannend. Die beiden haben eine Tochter, die ein Jahr älter ist als unser ältester Sohn und dann noch Zwillinge, die so alt sind wie er. Sie haben also innerhalb eines Jahres drei Kinder bekommen. Ich weiß, dass die erste Zeit mit den Zwillinge unheimlich hart war, aber irgendwie haben sie es hinbekommen nicht völlig wahnsinnig zu werden und erwarten sogar mittlerweile ihr viertes Kind (diesmal wird es ein Junge)!!!

Da die baden-württembergischen Schulferien fast völlig konträr zu den schwedischen Sommerferien sind, waren wir bei Ihnen als die Mädchen schon wieder Schule hatten. Als der Tag langsam zu Ende ging, hörte ich die Mutter ihre Mädels etwas fragen, dass sich für mich anhörte wie „Habt ihr schon eure Haufen gemacht?“ Nun spreche ich relativ gut Schwedisch, aber diese Frage irritierte mich und ich dachte, ich hätte etwas falsch verstanden. Also fragte ich nach. Aber nein, ich hatte richtig verstanden. Meine Bekannte erklärte mir, dass sie schon vor länger Zeit eingeführt hätten, dass ihre Töchter abends das rauslegten, was sie am nächsten Tag anziehen wollten, um morgens die Hektik ein bisschen geringer zu halten. Einen Klamottenhaufen also. Ha. Das leuchtete mir ein. Denn wie oft hatte ich schon morgens stundenlange Diskussionen (vor allem mit meiner Tochter) darüber geführt, ob sie nun die rosafarbene oder die blaue Leggings oder vielleicht doch lieber eine Strumpfhose und ein Kleid anziehen sollte. Diese Debatten sind naturgemäß frustrierend, aber wenn noch der morgendliche Stress dazukommt … pfff … Drama!

Im darauffolgenden Herbst praktizierten wir also die neu gelernte Methode. Und ich muss sagen, es funktionierte wirklich wunderbar! Meine Kinder (wieder vor allem meine Tochter) legten mit großem Ernst und höchster Sorgfalt abends ihre Klamotten raus und freuten sich am nächsten Tag darüber, dass alles schon bereit lag.

Ich muss sagen, dass wir das System über den Sommer wieder vernachlässigt haben, da schlicht die Notwendigkeit nicht so da ist. Wenn es warm ist, ist es einfach klar, dass man einen Rock oder eine kurze Hose und ein T-Shirt anzieht. Basta. Aber jetzt, wo es auf einmal wieder extrem wechselhaft ist, und die Kinder morgens wieder fragen: „Was soll ich anziehen? Wird es warm oder kalt? Regnet es? Brauche ich auch Socken?“, ist mir das Haufen machen wieder eingefallen. Und ab morgen Abend werden bei uns wieder schöne, fertige Haufen liegen, die nur auf den nächsten Morgen warten. :)

 

Mission impossible für Kleinkindeltern

Es gibt so Dinge, die man einfach nicht glauben konnte, bevor man selbst Kinder hatte: wie viel man über Kacke reden kann, wie wunderschön und still die Zeit nach 20/21 Uhr sein kann, wie erfüllend es sein kann, alleine zu duschen, wie sehr man einen Einkauf im Supermarkt genießen kann, … Bei mir gehört auf diese Liste auch das merkwürdige Verhalten von Kleinkindeltern beim Zu-Bett-Bringen der Kleinen.

Vor den Kindern hatte ich – zumindest unbewusst – die Vorstellung, dass die Kleinen, wenn sie so circa ein Jahr alt wären, relativ problemlos ins Bett gehen würden. Ich hatte das Bild vor mir, wie ich mein Kind sanft in den Armen wiege, ihm ein Schlaflied vorsinge, es dann ins Bett lege, ihm einen Kuss gebe, das Licht ausmache und dann mit einem gehauchten „Gute Nacht ihr Prinzen von Maine, ihr Könige von Neu England“ das Zimmer verlasse.

Yeah right.

Nun muss ich dazu sagen, dass alle unsere drei Kinder recht gute Schläfer sind, und unser Abendprogramm ziemlich ritualisiert ist und damit auch meistens sehr gut läuft. Meistens. Aber an den Abenden, an denen es einem besonders wichtig erscheint schnell wieder aus dem Kinderzimmer zu kommen, weil z.B. Besuch da ist, geht doch oft etwas schief und es kommt einem vor, als würde das Ganze überhaupt kein Ende mehr nehmen.

Denn bei allen drei Kindern kann ich mich an Situationen erinnern (die letzte war gestern Nacht), in denen ich Tom Cruise (im Film Mission Impossible) eine astreine Lektion hätte erteilen können. Nun, in der Realität ist es nämlich so, dass der kleinkindliche Schlaf oft eine fragile Sache ist, dessen federfeines Bauwerk es auf keinen Fall zu zerstören gilt! Will meinen: wenn das Kind nun endlich eingeschlafen ist, wird es durch unerwartete Geräusche (knacksende Gelenke, ächzende Dielen, aus Versehen umgetretene Autos) und unüberlegte Bewegungen gerne wieder aus dem Schlaf gerissen. Dies führt dann dazu, dass man den ganzen Prozess wieder von vorne beginnen muss. Und das will nun wirklich keiner.

In meinem (unseren) Fall haben wir zugunsten eines beschleunigten Prozesses 1. unsere Prinzipien schon lange über Bord geworfen und lassen Kind Nummer 3 auch schonmal einfach auf unserer Brust oder Arm einschlafen, und 2. vollführen wir danach bereits erwähnte Stunt-ähnliche Bewegungskünste, die sich in zwei Phasen unterteilen lassen:

Phase 1. Die Das-Kind-Ins-Bett-Legen-Phase

In dieser Phase gilt es, das nunmehr schlafende Kind so vorsichtig wie möglich abzulegen. Ist das Kind auf dem Arm eingeschlafen, hält sich die Herausforderung in Grenzen. Ich bevorzuge immer mehrere Schritte. Am Anfang schaukle ich das Kind weiter, werde dabei aber immer langsamer. Dann halte ich inne, aber lege das Baby noch nicht ab!! Erst in Schritt drei lege ich das Kind behutsam ins Bett. Aber Vorsicht: sollte das Kind noch einmal zucken oder nach der Hand greifen, ist es unbedingt notwendig, wieder ein Mehr-Schritte-Verfahren anzuwenden! Erst die Hand fest umschließen (hierbei ist es wichtig, dass die elterliche Hand außen ist), dann den Griff lockern, aber noch nicht loslassen!! Und erst im letzten Schritt langsam aber sicher die Hand komplett entfernen.

Schwieriger wird es, wenn das Kind auf der Brust eingeschlafen ist und man selbst in eher ungünstiger Position auf dem Boden oder in unserem Fall auf dem Sitzkissen neben dem Babybett verharrt hat. Denn nun kommt zu den oben erwähnten Schwierigkeiten noch, dass man vermutlich verrenkte, eingeschlafene und steife Gliedmaßen hat. Dies erschwert die Sache maßgeblich und mindert die gewünschte Geschmeidigkeit enorm. Im ersten Schritt ist also hier gefragt, möglichst ohne großen Ruck aufzustehen. Ich empfehle hier, die Füße quasi zu überkreuzen und alleine mit Oberschenkelkraft aufzustehen. Wem diese Kraft fehlt, der kann nur versuchen, sich irgendwie, mit Kind auf dem Arm in den „Zwei-bis-Vier-Füßlerstand“ zu bringen und dann irgendwie über die Knie nach vorne oben abzurollen (hierbei ist streng darauf zu achten, dass man sich nicht selbst vor seinem inneren Auge visualisiert, denn dies könnte zu a) einem Heulkrampf oder b) einem Lachanfall führen). Wem beides nicht gelingt, muss sich entweder auf eine Nacht neben dem Bett des Nachwuchses einstellen, oder darauf hoffen, dass irgendwann der Partner kommt und einem aufhilft … Ist jedoch das Aufstehen geglückt, kommt der zweite Schritt: das bereits oben beschriebene Ablegen des Kindes. Erschwert durch die körperlichen Einschränkungen, die das Verharren und das anschließende Aufstehen mit sich gebracht haben, gilt es nun vor Allem das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Denn wenn nach all den Anstrengungen plötzlich und unvermittelt 11 kg Gegengewicht wegfallen, muss man sich wirklich Mühe geben um nicht ins Schwanken zu geraten – das könnte das ganze Kartenhaus zum Einsturz bringen.

Phase 2. Die Sich-Aus-Dem-Zimmer-Schleich-Phase

Sollte man es geschafft haben, Phase 1 mit einem gewissen Grad an Grazie hinter sich zu bringen, heißt es nun, Phase 2 zu meistern. Folgende Hürden gilt es hier zu überwinden:

  1. Auf nichts treten das Krach machen könnte!
  2. Nicht losheulen wenn sich einem etwas Spitzes in den Fuß bohrt!
  3. Die knarrenden, ächzenden Stellen im Boden vermeiden! Hier sind Altbaubewohner klar im Nachteil … Abhilfe kann ein Teppich schaffen, der gefährliche Stellen markiert – „Nicht auf den Elefanten treten! Da knarzt es!“
  4. Was von Anfängern oft unterschätzt wird, ist der plötzliche Lichteinfall beim Öffnen der Schlafzimmertür. Wenn man es also versäumt hat, vorher im Flur die Lichter auszumachen oder eventuelle Fenster abzudunkeln, muss man sich jetzt möglichst breit vor die Tür stellen (um viel Licht mit dem eigenen Körper abzufangen) und dann GANZ schnell Tür auf – raus – Tür zu!

So weit so gut. Gestern führe ich also alle Schritte professionell aus. Ich wiege das Kind, ich lege es vorsichtig ab, behalte meine Gelenke unter Kontrolle, schleiche mich langsam Richtung Tür, trete dabei auf nichts was mir einen Schmerzensschrei entlocken könnte, öffne langsam aber bestimmt die Tür …

In diesem Moment schreit das mittlere Kind in einer Lautstärke, die auch die beiden anderen Kinder sofort wieder aufweckt: „Maaammmaa, ich muss Kaka!!!“

Jackpot.

Gehe in das Gefängnis. Begib Dich direkt dorthin. Gehe nicht über Los. Ziehe nicht DM 4000 ein.

 

 

Mehr machen!

Ich finde wirklich wir Eltern sollten mehr machen! Dringend sogar!!

Zum Beispiel sollte man …

… öfter mal in einer Hängematte liegen. Gerne auch mit einem Kind. Hauptsache man vergisst dabei nicht, in den Himmel zu schauen.

… dringend mal länger duschen als es der innere Öko eigentlich erlaubt. Ganz wichtig dabei: nach dem Haarewaschen und der sonstigen Körperpflege einfach nur dastehen und sich das Wasser über den Kopf rieseln lassen. (Oder für die ganz Verwegenen: baden in der Badewanne!!).

… mal ausnahmsweise die Kinder am Wochenende schon MORGENS fernsehen lassen. Und währenddessen einfach im Bett bleiben. Oder maximal auf dem Wohnzimmerteppich liegen.

… abends ins Schwimmbad gehen. Abendessen einpacken und schwimmen bis alle hundemüde sind. Wenn man Glück hat, schlafen die Kinder sogar auf dem Heimweg ein und man muss sie nur noch ins Bett tragen.

… beim Mittagsschlaf der Kleinen mit einschlafen. Oder zumindest dösen und einfach nur daliegen.

… das Nachmittags-Musikschulen-Sport-Programm einfach mal ausfallen lassen und stattdessen zu Hause abhängen oder ins Schwimmbad gehen oder in den Zoo oder oder oder.