Life Hacks für Eltern und solche die es werden wollen

Was Ofengemüse mit der Neugeborenenzeit zu tun hat? So einiges!

Hier sind meine – nicht wissenschaftlich belegten, sondern lediglich am eigenen Leib erprobten – Überlebensstrategien für die erste Zeit mit Baby.

Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er die Zeit mit Baby zu bewältigen hat. Nichts läge mir ferner. Aber es gibt natürlich einiges, was ich im Laufe von vier Schwangerschaften und vier Mal Neugeborenenzeit gelernt habe. Und das ist vor allem, die Feste so zu feiern wie sie fallen. Allgemein bin ich jemand, der ziemlich gut organisiert ist. Aber: das funktioniert mit Baby ja eben nicht immer so einwandfrei. Mein Survivaltipp für alle Eltern ist deswegen:

Do it while you can! 

Wenn das Baby gerade schläft, von Papa, Oma oder Onkel Eckbert gerade gut betreut ist, dann tue das, was dich später entlastet oder dir gut tut!

Irgendwie fällt es mir schwer zu beschreiben, was ich damit meine, ohne so Über-Mutter-Hausfrauen-mäßig zu erscheinen. Deswegen ein Beispiel: Nummer 1, 2 und 3 waren in der Schule bzw. im KiGa. Nummer 4 hatte ich hingelegt, da ich das Mittagessen vorbereiten wollte. Schnell, schnell ein paar Nudeln. Erstaunlicherweise war sie aber ganz zufrieden und ist sogar einfach so eingeschlafen. Deswegen habe ich die Gelegenheit genutzt und das Ofengemüse für das Abendessen schon geschält, kleingeschnitten, in Öl und Gewürze eingelegt und in den Kühlschrank gestellt. So konnte ich es abends einfach auf das Blech schütten – das geht nämlich auch mit nur einer freien Hand. 😑

Das ist aber auch ein eher „großes“ Beispiel für das was ich meine. Es geht mir auch um Kleinigkeiten. Vor allem Erstlings-Eltern werden doch oft verunsichert mit dem was man angeblich tun darf und was nicht …

Lasst das Baby ruhig noch kurz in der Babyschale schlafen

Ich finde es z.B. total ok, das Kind noch einige Minuten länger in der Babyschale schlafen zu lassen, um in Ruhe auf die Toilette gehen oder die Wäsche aufhängen zu können oder oder oder. Auch wenn es nicht gut für den Rücken der Babys ist. Keiner redet davon, das Baby stundenlang darin schlafen zu lassen. Aber wenn es weitere 5, 10 oder 20 Minuten darin liegt, ist das wirklich ok. Wäre die Autofahrt (durch beispielsweise einen Stau) länger gewesen, hätte das Baby es ja auch überlebt …

Manchmal schreien Babys 

Es ist auch ok, das Baby kurz schreien zu lassen. Man darf sogar kurz aus dem Zimmer gehen um durchzuatmen. Manchmal kommt man einfach so an seine Grenzen, dass es besser ist, einen Schritt zurück zu machen um sich wieder zu sammeln. Ein paar tiefe Atemzüge, einmal bis zwanzig zählen, ein kurzer Schrei, ein Stück Schokolade – whatever works. Und dann wieder zurück zum Baby und von vorne anfangen.

Eine volle Windel darf auch kurz warten

Man darf auch mit dem Wickeln noch kurz warten, wenn es etwas gibt, was jetzt gerade wichtiger ist. Natürlich macht man das nicht, wenn das Baby leidet oder sowieso total wund ist. Aber ansonsten finde ich: Wenn man noch zwei weitere Minuten braucht, um seinen Teller aufzuessen, dann darf man sich diese Zeit nehmen.

Verwöhne dein Kind. Oder auch nicht.

Man darf das Kind tragen, es auf dem Arm haben oder es sich auf den Bauch legen wenn man das will. Solange man will. Man darf es aber auch auf eine Decke, ins Bett oder in die Wippe legen. Nichts macht einen zu besseren oder schlechteren Eltern. Das, was für einen selbst und das Baby funktioniert ist das richtige. Und nicht das, was Tante Erna sagt („Du verwöhnst das Kind wenn du es die ganze Zeit trägst!“) oder was man in irgendeinem schlauen Buch gelesen hat.

Sei gut zu dir selbst 

Es ist auch ok, sich die Nägel zu lackieren, eine trashige Sendung im Fernsehen zu schauen oder durch Instagram zu surfen während das Kind schläft oder sonstwie zufrieden ist. Man muss nicht zwangsläufig etwas „wichtiges“ machen. Je zufriedener ich selbst bin, desto mehr Energie habe ich auch für mein Mamasein …

Bereite das vor, was vernünftig ist und dir später hilft bzw. dir etwas erleichtert. So wie in meinem Beispiel oben das mit dem Ofengemüse. Benutze den Rest der Zeit gerne für etwas sinnloses: etwas, das dich entspannt, dir gut tut und Freude bereitet.

Be smart

Ich finde es wichtig, unterscheiden zu lernen: Was machst du, weil es gut für dich ist und was machst du, weil du denkst das müsste so sein? Es ist WIRKLICH nicht wichtig, ob die Spülmaschine gerade voll ist oder der Boden gerade gewischt werden müsste, wenn du das Gefühl hast, dass du jetzt mit deinem Baby kuscheln musst.

Wenn es dich hingegen wahnsinnig stresst, dass es unordentlich oder dreckig ist, und du die Zeit, die du hast, lieber dafür nutzen möchtest um aufzuräumen, weil es dir danach besser geht, dann tu das! Aber tue es nicht, weil deine Schwiegermutter oder die Hebamme vorbeikommt und du denkst, dass es deswegen nicht so aussehen darf.

Lass dir helfen 

Wenn du Freundinnen hast, die schon Kinder haben, werden sie vielleicht automatisch vorbeikommen und dir helfen. Wenn nicht, bitte sie darum. Gerade im Wochenbett darf man sich umsorgen lassen. Dein Körper und dein Geist brauchen diese Zeit um zu heilen. Auch wenn die Geburt super war – eine immense Leistung ist es immer.

Besorge dir eine Hebamme, eine Doula, oder wenn es gar nicht mehr anders geht eine Haushaltshilfe. Ich habe bei allen vier Schwangerschaften unter Hyperemesis Gravidarum gelitten. Das ist die miese Form der Schwangerschaftsübelkeit. Während der vierten Schwangerschaft hat mir meine Frauenärztin eine Haushaltshilfe verschrieben. Das war eine sehr nette Frau, die drei Mal in der Woche zu uns nach Hause kam und geputzt, gewaschen und gekocht hat. Am Anfang fand ich den Gedanken schwierig, aber es war eine wahnsinnige Erleichterung und im Nachhinein die beste Entscheidung für mich, die Kinder und die ganze Familie.

Ergib dich, wenn es nicht anders geht 

Wenn es einer dieser Tage ist, an denen nichts geht: Ergib dich. Wenn dein Baby dich braucht, dann leg dich mit ihm hin. Manches kann man auch mit Baby schaffen, manches eben nicht. Meine persönliche Erfahrung ist, dass, je mehr ich versucht habe, gegen solche Launen/Bedürfnisse/Tage anzukämpfen, desto schlimmer wurde es. Es kann sehr schwierig sein, zu akzeptieren, dass man bestimmte Dinge zu bestimmten Zeiten einfach nicht tun kann. Gerade bei den ersten beiden Kindern war ich oft noch stur und habe versucht es trotzdem irgendwie hinzukriegen. Das endete meist in Frust, Tränen und mit einem wirklich schlechten Gefühl im Bauch.

Und auch wenn es schwer war, je mehr ich mich darauf eingelassen habe, desto besser wurde es. Manchmal reicht es, sich 15 Minuten mit dem Baby hinzulegen, so dass es ganz in Ruhe und Geborgenheit einschlafen kann. Wenn man Glück hat, kann man danach aufstehen und doch noch das erledigen, was man eigentlich vorhatte.

Versuche, es dir einfacher zu machen

Wir haben zum Beispiel die Wickelkommode im Bad stehen. So konnte ich mir von Anfang an in Ruhe die Zähne putzen oder mich schminken oder was eben sonst wichtig war. Über der Kommode hängt ein Heizstrahler, der auch in der kalten Zeit dafür gesorgt hat, dass wir das Baby nackt strampeln lassen konnten. Gut für das Baby, gut für die Haut im Windelbereich, gut für uns.

Eine Decke oder eine Wippe auf dem Boden vor der Dusche erleichtern es einem, duschen zu gehen. Auch wenn andere sagen, dass man das Baby doch ruhig in der Zeit alleine lassen kann … Wenn man das möchte: kein Problem. Aber wenn man sich besser fühlt, wenn man das Baby auch während des Duschens beobachten kann, dann ist das eben so.

Das Kindergeschirr hat bei uns in der Küche eine eigene Schublade. Unser Ältester kommt ja schon an alle Fächer dran, aber durch die Schublade weit unten konnte auch unser (zum Zeitpunkt der Geburt von Nummer 4) 3-Jähriger sich alleine eine Schüssel oder einen Becher holen.

Bereitet Essen vor, friert etwas ein, bestellt Pizza! Geht ins Lokal, holt euch Take-Away. Wenn ihr gerne mit dem Auto oder zu Fuß einkaufen gehen wollt und könnt: super! Wenn nicht: bestellt die Sachen und lasst sie euch liefern. Von Freunden, Verwandten oder dem Versandhandel.

Alles kann, nichts muss!

Und das wichtigste …

… versucht die Zeit zu genießen. Denn sie kann so vieles sein: aufreibend, emotional, toll, anstrengend, wundervoll, bezaubernd, anders, verwirrend, traurig, fröhlich, oder oder oder. Aber eines ist sicher: sie kommt nicht mehr wieder.

Und auch wenn die Nächte lang sind, die Jahre, die sind kurz.

 

 

SO. VIELE. GEFÜHLE.

Puh. Was sind das im Moment für emotionale Tage.

Vor elf Tagen habe ich mein viertes Kind geboren. Heute hätte sie eigentlich erst auf die Welt kommen sollen.

Heute ist aber auch der erste Todestag unseres geliebten Hundes. Er war bei uns, seit er ein kleiner Welpe war.  Als er starb, war er knapp elf Jahre alt. Das bedeutet fast elf Jahre Spaziergänge. Egal bei welchem Wetter. Fast elf Jahre Dreck, nasse Pfotenabdrücke und Hundehaare. Im Haus und im Auto. Fast elf Jahre immer der Hund im Hinterkopf. Was machen, wenn wir länger weg sind? Fast elf Jahre Urlaub mit Hund. Immer mit dem Auto. Immer dorthin wo er mitkommen durfte. Fast elf Jahre Rücksichtnahme und Kompromisse. Tierarztrechnungen, Futterkosten, Kacktüten.

Aber auch fast elf Jahre unbändige, unmittelbare und ungebremste Liebe. Linus war groß, schwarz und hat manchmal ziemlich gestunken, aber er war eine echte Seele von einem Hund. Kein Kind, kein Kindergeburtstag, kein noch so großes Geschrei konnten ihn aus der Ruhe bringen. Und auch wenn es ein Klischee ist: Es war einfach so schön, nach Hause zu kommen und zu wissen, dass er da sein und vor Freude ausrasten wird. Einfach nur, weil du heimkommst.

Die Liebe für meinen Hund war natürlich anders als die, die ich für meine Kinder empfinde. Aber dennoch bin ich auch ein Jahr später unendlich traurig und vermisse ihn wie wahnsinnig. Denn er war doch irgendwie unser erstes Kind. Er hat nie in unserem Bett geschlafen, wir haben ihn auch nicht vom Tisch gefüttert und auch sonst haben wir ihn wie einen Hund, nicht wie einen Menschen behandelt. Aber mit ihm durften mein Mann und ich üben, was es heißt, gemeinsam Verantwortung für etwas zu übernehmen. Wir konnten lernen, uns abzusprechen. Wir haben auch gelernt, dass wir uns gar nicht sonderlich oft absprechen müssen, da wir uns in Erziehungsfragen meistens einig sind. So hat uns unser Hund mit auf das Abenteuer Großfamilie vorbereitet. Auch deswegen werden wir ihn nie vergessen.

Zu diesen ganzen emotionalen Daten kommen aber auch noch so viele andere Gefühle.

Ich vermisse meinen Vater, der keines seiner bisher fünf Enkelkinder (meine vier + das Baby meiner Schwester) kennenlernen durfte.

Ich vermisse auch meinen Mann, der nach ein paar Tagen daheim wieder arbeiten gehen musste. Nicht, weil er das so gerne möchte, sondern weil er muss. Ich habe mir ja nicht ohne Grund einen emanzipierten Schweden ausgesucht ;) Aber da seine Frau – also ich – nicht so der klassische Karrieretyp ist, muss er tapfer den Großteil des Familieneinkommens bestreiten. Und da man mit dem Höchstbetrag des Elterngeldes nur schwer eine sechsköpfige Familie ernähren kann, kann er keine Elternzeit nehmen.

Das bedeutet also, dass er morgens die Kinder in die Schule bzw. in den Kindergarten bringt und dann zur Arbeit fährt. Dann sind das Baby und ich alleine. Das genieße ich auch wirklich sehr, dennoch fehlt mir eben mein Mann. Ich würde so gerne mit ihm die ruhigen Vormittage auskosten und jede Bewegung, jedes Geräusch und jede volle Windel unserer Kleinsten mit ihm teilen. Aber da funkt eben die Realität dazwischen.

Zu all dem kommt dann noch diese ganz besondere Atmosphäre, wenn man gerade ein Baby geboren hat. Alles ist auf einmal wie in Watte gepackt und gleichzeitig total verstärkt.

Die Zeit geht langsamer und schneller zugleich. Alles ist entschleunigt und gleichzeitig rennen einem die Tage nur so durch die Finger. Auf einmal ist sie 11 Tage alt. Die Nabelschnur ist auch schon abgefallen. Das erste Mal baden haben wir ebenfalls hinter uns.

Deine Wahrnehmung verändert sich radikal. Auf einmal fährt jedes Auto viel zu schnell an dir vorbei. Alle reden viel zu laut. Bei der ersten Autofahrt spürst du jede einzelne Unebenheit bis ins Mark. Jedes kleine Loch in der Straße wird zu einem riesigen Graben, der den Kinderwagen viel zu sehr durchschüttelt.

Die Sonne scheint auf einmal heller. Jedes Licht ist viel greller. Der Regen ist lauter. Alles erscheint in mindestens 1000%.

Diese erste Zeit mit einem neuen Baby ist so vieles. Bewegend. Verwirrend. Bezaubernd. Anstrengend. Entspannend. Chaotisch. Eine Berg-und-Talfahrt. Emotional. Wunderschön. Lustig. Traurig. Unglaublich kleine Füße, Hände und Ohren. Weiche Haut. Winzige Klamotten, die trotzdem zu groß sind. Schmerzen im Nacken. Schmerzende Brüste. Ein überquellendes Herz.

Bestimmt erlebt jeder diese Zeit ein bisschen anders. Aber eines ist sie sicherlich für jeden: einmalig.

Und genau deswegen lasse ich diesen Beitrag jetzt Beitrag sein und versuche nicht, ihn noch zu verbessern, sondern lege mich stattdessen mit meinem Baby auf dem Arm auf die Couch. ❤️

Papas Geburtstag

Es ist Freitag, der 6. Januar 2017. Morgens um 9:47 wache ich auf. Mein Mann liegt neben mir. Er schnarcht. Von oben höre ich die Stimmen unserer drei Kinder. Sie diskutieren. Es geht um irgendetwas mit Lego, Eisbären und Elsa. Fuck. Ich wecke meinen Mann. Wir müssen uns beeilen. Um elf müssen wir zum Brunch bei meinem Papa sein. Er feiert heute seinen 56.ten Geburtstag. Davor muss aber noch der Hund raus, wir müssen uns einigermaßen stadtfein machen und vor allem die Kinder müssen davon überzeugt werden, dass sie sich heute bereits vor 14 Uhr aus ihren Schlafanzügen schälen müssen. Der Weihnachtsferien-Modus hat uns nämlich momentan fest im Griff. Mein Mann brummt vor sich hin. Ich versuche nun etwas eindringlicher, ihn zu wecken. Als ich aufstehe, versucht er, mich zurück ins Bett zu ziehen. Ich wehre mich schweren Herzens gegen seine Hank-Moody-Moves und entfliehe im letzten Moment dem Bett. Ich gehe duschen, schminke mich, ziehe mich an, trommle die Kinder zusammen, helfe ihnen bei der Wahl der Festtagskleidung, prügle meinen Mann aus dem Bett, wickle den Kleinsten, treibe meinen Mann dazu an, endlich mit dem Hund rauszugehen, mache uns beiden einen Kaffee, flechte meiner Tochter einen französischen Zopf, knöpfe meinem Großen das Hemd richtig zu und schaffe es schließlich, uns alle einigermaßen pünktlich ins Auto zu verfrachten.

Und dann …

Dann wache ich auf. Es ist der 6. Januar 2017 und wir werden nicht zu meinem Papa fahren. Denn mein Papa ist vor knapp zwölf Jahren gestorben. An diesem kleinkarierten, windigen kleinen Arsch namens Krebs. Meine, unsere, Kinder hat er nie kennengelernt. Und meine Kinder haben ihn nie kennengelernt. Noch wissen sie nicht, was ihnen dadurch entgangen ist. Was für ein unglaublicher Opa er gewesen wäre. Er liebte Kinder. Er hätte meine Kinder bis zur Besinnungslosigkeit geliebt. Er war Musiker, Schauspieler und Regisseur. Er war ein Freigeist. Er war nicht einfach. Aber einer der tollsten Menschen, die ich jemals kennengelernt habe. Ich vermisse ihn schmerzlich. Jeden Tag. Es reißt mir das Herz raus. Jeden Tag.

Aber ich mache weiter. Und meine Schwestern machen weiter. Weil wir wollen. Weil wir müssen. Und weil wir es ihm schuldig sind. Weil jeder Tag ein geschenkter Tag ist. Weil wirklich alles andere verblasst und unwichtig erscheint im Angesicht des Verlusts und des Todes. Und weil es nichts gibt, was wertvoller ist als das Leben. Abgedroschen, aber wahr. Amen.

Ich weiß, dass er zusieht. Dass er meine Kinder, meine Schwestern und uns alle sieht. Und dass er sich freut. Jeden Tag. Darüber, dass wir weitermachen. Auch wenn wir weinen.

Projekt Liebesbrief

Neulich traf ich mich mit meiner kleinsten Schwester und sie erzählte mir von dem Geburtstagsgeschenk, das sie von ihrem Freund bekommen hatte: einen Liebesbrief. Sie hat mir nicht erzählt, was darin steht, sondern nur, wie schön es war, einen solchen Brief zu bekommen. Irgendetwas in der Art wie sie es erzählt hat, hat mich so berührt, dass ich mir sofort vornahm, meinem Mann auch mal wieder eine solche Botschaft zu schreiben.

Mit diesem Gedanken im Kopf verließ ich das Café. Später an diesem Tag, in einem ganz anderen Zusammenhang, musste ich an eine liebe Freundin von mir denken, die ein unendlich großes Herz hat und auch in der Lage ist, diese Liebe nach außen zu tragen. Sie ist einer der wenigen Menschen, die ich kenne, die regelmäßig Sachen sagen wie „Oh, das Kleid steht dir aber richtig gut!“ oder „Du siehst heute so schön aus!“. Vielleicht liegt es daran, dass sie Halbschwedin ist!? Auf jeden Fall musste ich an sie denken und daran, wie schön es ist, nette Dinge von jemand anderem zu hören. Und mir fiel auf, dass ich mir nicht sicher war, ob ich ihr schon jemals gesagt hatte, wie wundervoll ich ihre Art finde. Das brachte mich auf den Gedanken, dass ich ja auch ihr mal einen „Liebesbrief“ schreiben könnte. Natürlich keinen in der Art, wie ich ihm meinem Mann schreiben würde, sondern einfach einen Brief voller netter Sachen. Das wiederum brachte mich dazu, darüber nachzudenken, wem ich eigentlich alles gerne mal sagen würde, wie gerne ich ihn oder sie habe und was ich an ihm/ihr so mag. Mein eigenes kleines LoveLetterProject. Ich denke ich fange gleich mal damit an ♡

liebe a, du bist ein solch herzlicher mensch! du beeindruckst mich immer wieder durch deine unvergleichlich nette und ehrliche art

lieber t, danke für deine jahrelange freundschaft. du bist einfach awesome, bro!

liebe s, ich bin so froh darüber, dass wir unser band wieder enger knüpfen

liebe m, du bist das beste, was j passieren konnte. wir sind so glücklich dich (und k) gefunden zu haben.

liebe d, k, lieber r, s, ihr seid so herzensgute menschen. danke für diese neue freundschaft

Schmerzhaft intim irgendwie. Aber warum ist es eigentlich so merkwürdig, nette Sachen zu sagen und zu schreiben? Ich hätte kein Problem damit, mich an dieser Stelle satirisch, ironisch und auch ein bisschen böse über manch anderen Menschen zu äußern. Liebes- und Freundschaftsbekundungen auszusprechen fühlt sich hingegen komisch an.

Egal jetzt. Augen zu und durch!

liebe k, ich freue mich darauf, dich bald wieder hier in der nähe zu haben. auch wenn es nur für kurze zeit sein wird

kära j, m, m, m, jag saknar er så jäkla mycket

liebe m, danke, dass du so eine tolle oma bist. älskar dig

liebe l, danke für die inspiration. liebe dich!

lieber h, du och jag

LOVE

sprinkle that shit everywhere

it doesn’t cost a thing

it only takes some courage