Heidelberg – quick and dirty

Hier kommt ein kleiner Reiseführer für einen Kurztrip nach Heidelberg. Wer länger bleiben will, kann gerne >>hier weiterlesen (Link führt leider aktuell noch ins Nirwana – ich arbeite daran). Und wer noch mehr Zeit hat und auch das Umland ein bisschen erkunden will, der kann >>hier weiterlesen (Link führt leider aktuell ebenfalls noch ins Nirwana – ich arbeite daran).

So. Los geht es. Da ich davon ausgehe, dass alle, die das lesen, ein Mindestmaß an Selbstständigkeit aufweisen, vertraue ich darauf, dass ihr alleine herausfindet, wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt kommt. Ein guter Ausgangspunkt für alle Unternehmungen ist der Bismarckplatz – dorthin fahren eigentlich alle Bus- und Straßenbahnlinien.

Wer jedoch mit dem Auto anreist und keinen geheimen Parkplatz kennt, dem empfehle ich das Parkhaus am Friedrich-Ebert-Platz. Dort passen auch größere Autos rein und man ist ziemlich zentral in der Stadt. Wer sonntags nach Heidelberg kommt, kann auch kostenlos zB in der Römerstraße oder in der Bergheimer Straße parken (aber darauf achten, dass man auf den Parkschein- und nicht auf den Anwohnerparkplätzen parkt!).

Die Heidelberger Hauptstraße ist eine 1,4 km lange autofreie Fußgängerzone, die sich vom Bismarckplatz bis zum Marktplatz erstreckt. Hier gibt es unzählige Geschäfte, Kneipen und Cafés. Das Friedrich-Ebert-Parkhaus liegt in der Parallelstraße, der Plöck. Man kann von hier aus entweder über die Akademiestraße zur Hauptstraße gelangen – das ist der ungefährliche Weg – oder über die Märzgasse. Aber Achtung: Der Weg über die Märzgasse führt an der Bäckerei Göbes vorbei (unbedingt die Campingbrötchen versuchen), dann an einem großen Spielplatz (gefährlich, wenn die Kinder ihn entdecken), dann an einem sehr gut geführten Spirituosengeschäft (Alex), dann an einem weiteren leckeren Bäcker (Bäckerei Grimm – unbedingt die Brezeln probieren!) und dann auch noch an einem süßen französischen Café (La Flamm – Macarons! Croissants! Orangina!) und am Schluss noch an einem Blumenladen … Ihr seht, wer erst einmal ein bisschen vorankommen will, sollte den anderen Weg wählen. Wer jedoch gleich eine Pause einlegen will, kann sich in der Märzgasse mit allem versorgen, was gut und wichtig ist.

Weiter geht es so oder so die Hauptstraße entlang Richtung Marktplatz (für alle Orientierungslosen: nach rechts). Wenn ihr schwindelfrei seid, könnt ihr hier angekommen den 78 Meter hohen Kirchturm der Heiliggeistkirche besteigen. Wenn nicht, könnt ihr euch zB in der Max Bar niederlassen und die Kirche und auch das Rathaus (übrigens das Rathaus, in dem ich meinen Mann geheiratet habe) von unten bewundern.

//Anmerkung der Redaktion: Natürlich ist die Hauptstraße sehr touristisch, aber ihr könnt trotzdem ohne Probleme hier einen Kaffee trinken. Heidelberg ist so klein, dass es nicht wie in anderen Städten diese krasse Unterteilung in „reine Touri-Gebiete“ und „mega hippe Insider-Gebiete“ gibt. Zum Essengehen würde ich jedoch tatsächlich eher andere Straßen/Stadtteile vorziehen. In der Hauptstraße selbst finden sich eher die Ketten, die die horrenden Mieten bezahlen können. Einzige Ausnahme meiner Meinung nach: The Dubliner Irish Pub. Dort ist das Essen wirklich lecker und das Bier sowieso. Und Kinder unter 12 essen dort sonntags sogar umsonst …//

Vom Marktplatz aus würde ich euch auf jeden Fall empfehlen, noch ein paar Meter weiter (rechts am Rathaus vorbei) zum Kornmarkt zu laufen. Von dort aus könnt ihr wunderbar das Schloss sehen. Wer etwas mehr Zeit hat, kann auch von dort entweder zum Schloss laufen oder mit der Bergbahn hinauffahren. (Um die Ecke der unteren Bergbahnstation ist übrigens ein überragend gutes türkisches Restaurant – Die Alte Gundtei). Das Schloss mit angegliedertem Schlosspark ist wirklich wunderschön und vor allem der Blick auf das Neckartal ist überwältigend.

Neckarbrick (Neckarbrücke auf kurpfälzisch)

Wem der Blick aufs Schloss reicht, der kann jetzt wieder umdrehen (und zurück zum Marktplatz) oder die Mönchsgasse hinunter zum Neckar laufen. Dabei kann man sich beim Café Gundel noch eine kleine Stärkung mitnehmen. Weiter geht es auf jeden Fall Richtung Neckar, besser gesagt Richtung Alte Brücke (das ist der offizielle Name, keine Wertung). Einmal schnell ein Foto mit dem Affen machen, den Ausblick genießen und dann zack zack schnell rüber. Auf der anderen Seite des Neckars kann man wunderbar entlanglaufen. Man muss sich nur vor den rasanten Radfahrern in Acht nehmen … aber das gilt für ganz Heidelberg. Am Ende der Brücke also nach links abbiegen und immer schön den Neckar entlang bis zur Theodor-Heuss-Brücke. Dort gibt es einen Tretbootverleih.

Wer jetzt schon genug von der Neckarwiese hat, kann einfach wieder zurück auf die andere Seite (man kommt am Bismarckplatz raus). Wer möchte, (und das ist vor allem mit Kindern wirklich zu empfehlen!) geht noch ein Stückchen weiter unter der Brücke durch und weiter den Fluss runter. Hier muss man sich entscheiden: Geht man auf der Wiese entlang muss man mit einer ganzen Menge Gänsekacke unter den Schuhen rechnen. Nimmt man den „äußeren“ Fuß-/Radweg, muss man wieder mit genervten Radfahrern rechnen, die an einem vorbei rasen. Also nimmt man am besten den mittleren Fußweg und hofft das Beste. Nach nur wenigen Minuten wird man jedoch so oder so schon belohnt: Zwei Spielplätze, einer davon mit Wasser – eiskaltem Neckarwasser um genau zu sein, liegen hier direkt am Neckar. Oberhalb gibt es einen kleinen Kiosk (KU17), der Snacks, Eis und Getränke serviert, und öffentliche Toiletten. Ein idealer Ort für eine Pause.

Von dort kann man noch Neuenheim erkunden. Das findet ihr jedoch in >>diesem Beitrag (kommt bald!).

Heidelberger Stadtplan aus einem alten Merian-Heft

Vom Spielplatz aus kann man kann natürlich weiter flussabwärts laufen und die Ernst-Walz-Brücke überqueren und auf der anderen Neckarseite entlanglaufen. Die andere Seite ist jedoch zum Spazierengehen nicht sonderlich schön, es sei denn es ist Sommer und man möchte ins Thermalbad und/oder zB ins Bootshaus zum Essen. Was jedoch cool ist, ist, dass es unter der Ernst-Walz-Brücke einen Skatepark gibt. Und wenn man noch weiter den Neckar entlang unter der Brücke hindurch geht, kommt man auf eine Hundewiese, auf der man offiziell seinen Hund ableinen darf. (Ansonsten darf man das in HD nämlich nicht! Es gilt generelle Leinenpflicht! Und es wird leider sehr viel kontrolliert. Ebenso wie beim Parken.)

Wenn ihr aber weder den Skatepark noch die Hundewiese besuchen wollt, geht am besten vom Spielplatz aus zur Theodor-Heuss-Brücke zurück. Auf dem Weg kurz den Ausblick genießen und dann weiter Richtung Bismarckplatz. Wer in der Zwischenzeit schon wieder hungrig ist, kann direkt nach der Brücke links abbiegen und im Hemingway’s etwas essen oder trinken. (Von hier aus könnte man auch einfach wieder den Neckar hinauf laufen und zB noch eine kleine Bootstour unternehmen.)

Ansonsten gibt es in der Nähe des Bismarckplatzes einige sehr nette Cafés wie das Coffee Nerd (hier gibt es wissenschaftlich korrekt gebrauten Kaffee und sehr leckere Baguettes und Kuchen) oder das Fresko (unglaublich gute Sandwiches!). Gegenüber vom Fresko befindet sich übrigens das dai – das Deutsch-Amerikanische Institut. Dort gibt es immer ganz nette Veranstaltungen und Konzerte (u.a. kommt Fredrik Vahle dort regelmäßig hin).

Für den Rückweg zum Parkhaus würde ich euch den Weg durch die Plöck empfehlen. Das ist zwar etwas enger und vor allem dürfen (abschnittsweise) Autos dort fahren, aber es gibt auch viele kleine Geschäfte, die einen Besuch wert sind. Wer jetzt noch nichts/nicht genug gegessen hat, der kann auch noch einmal am Friedrich-Ebert-Platz vorbeilaufen und entweder das Programm in der Märzgasse durchziehen (siehe oben) oder noch ein Stück weiter die Plöck entlang und sich im Heidelberger Zuckerladen einmal richtig austoben. Der Zuckerladen ist ein absolutes Heidelberger Urgestein und in jedem Fall sehenswert (alleine wegen des Schaufensters!) auch wenn man kein Süßigkeiten-Fan ist. Aber bitte Zeit mitbringen und die Öffnungszeiten beachten. Wer dann infolge des sugar rush wieder mehr Energie getankt hat, der kann sich zum Beispiel noch die alte Mensa im Marstall anschauen – die ist für alle offen und wirklich nett. Dort gibt es auch relativ viel Platz. Ist also auch ein Geheimtipp, wenn man mit bewegungsfreudigen Kindern bei Regen irgendwo einkehren muss! Alternativ kann man auch noch eine Runde zur Peterskirche oder zur Universitätsbibliothek drehen. Das liegt alles entlang der Plöck, besser gesagt an ihrem Ende.

Apropos Ende – an dieser Stelle endet der kleine Tourguide. Ich hoffe, ihr konntet etwas für euch da rausziehen. Ja, und wer noch immer nicht genug hat von Heidelberg, der muss eben bleiben. Oder wiederkommen.

Hier sehen Sie eine Karte von Heidelberg, in der ich äußerst stümperhaft die ungefähre Route (mit dicken Strichen) eingezeichnet habe. Die dünnen Striche sind die Alternativrouten. Der rote Punkt ist das Friedrich-Ebert-Parkhaus.

Karte von:
www.mapz.com · Download site for road maps und city maps · Downloadportal für Stadtpläne und Landkarten

Noch eine kleine Anmerkung zum Schluss: Ich habe nicht nachgeschaut, wo wie was aufgrund der Covid-Hygienemaßnahmen nicht oder nur eingeschränkt zugänglich ist. Bitte informiert euch vor eurer Reise selbst -alles kann sich ja täglich wieder ändern … Ich bin einfach nur gedanklich mit euch durch mein Heidelberg gegangen.

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