Mit 14 Mann nach Sardinien

Das war ein ganz schönes Projekt, das wir uns da vorgenommen hatten: Zu vierzehnt nach Sardinien! 3 Familien, 1 Wohnwagen, 1 Wohnmobil, 1 VW-Bus mit Anhänger, 6 Erwachsene, 8 Kinder, 2 Wochen, 900 km nach Livorno, 6,5 h auf der Fähre, 630 km Rundweg auf Sardinien, wieder 6,5 h Fähre, wieder 900 km von Livorno nach Hause …

Zu Vierzehnt? seid ihr bekloppt?

Viele Leute, denen ich davon erzählt habe, was wir in den Pfingstferien vorhaben, haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen: „Ne, das wäre mir zu anstrengend!“ „Mit so vielen Leuten zusammen Urlaub machen? Wahnsinn!“ Und, was soll ich sagen? Ja, es ist nicht immer leicht, sich mit so vielen anderen Menschen abzustimmen, zu arrangieren und zu einigen. Aber es ist eine unheimlich wertvolle Erfahrung, bei der man viel über sich selbst und die anderen lernen kann. Und für die Kinder war es einfach traumhaft. Es war immer jemand da zum Spielen (und das schon am frühen Morgen!) und zusammen waren sie unheimlich frei und selbstständig: so konnten zum Beispiel die Kleinen zusammen mit den größeren Kindern auf den Spielplatz laufen oder mit Lauf- und Fahrrädern eine Runde um den Campingplatz drehen – ganz ohne Erwachsene. Auch für uns Eltern war das natürlich eine riesige Erleichterung. Wir konnten Urlaub mit unseren Kindern machen, aber mussten sie nicht permanent bespaßen – wir waren entspannt und zufrieden und so waren die Kids es auch. Wie gesagt, es gab auch Situationen, die für alle unbefriedigend waren, da man vielleicht unterschiedliche Vorstellungen von der Tagesplanung oder vom Essen oder oder oder hatte, aber alles in allem war es eine tolle Erfahrung.

Die Anreise

Auf der Fähre

Ich möchte diesen Urlaub nicht jedes Jahr machen, aber ich bin soooo froh, dass wir es dieses Jahr so gemacht haben! Das liegt daran, dass die Anreise mit Auto (und Wohnwagen) eben ziemlich lang ist. Wir mussten circa 900 km nach Livorno fahren und dort dann auf die Fähre. Da die Italiener ja ihrem Ruf gerecht werden müssen, vielleicht nicht das bestorganisierteste Volk der Erde zu sein, ging die Fähre auch einfach mal eine Stunde später los als angekündigt ;) Mit dem Flugzeug ist die Reise natürlich schneller und bequemer, aber für uns als fünfköpfige Familie einfach nicht optimal. Alternativ kann man übrigens auch von Genua oder sogar von Frankreich (Nizza, Marseille oder Toulon) die Fähre nehmen. Preise vergleichen lohnt sich! Für unser großes Gespann war es jedoch am günstigsten von Livorno aus. Bei der Kalkulation der Anreise darf man auch nicht vergessen, die anderen Kosten mit einzuberechnen – z.B. Vignetten (ja, Vignetten – denn in der lieben Schweiz braucht nicht nur das Auto eine Vignette, sondern auch der Wohnwagen!) und Mautgebühren.

Tipps? ja, Tipps

Ich tue mich immer schwer damit, ganz konkret zu Dingen zu raten oder von ihnen abzuraten, da die Vorstellungen und Geschmäcker ja so verschieden sind, aber in diesem Fall möchte ich es doch tun: Ich behaupte, dass man total viel verpasst, wenn man auf Sardinien in einer einzigen Unterkunft bleibt anstatt die Insel zu erkunden. Ich habe selten eine so vielfältige Landschaft kennengelernt. Deswegen ist mein ganz klarer Tipp, sich entweder einen Mietwagen zu leihen, oder eben doch die beschwerliche, aber lohnenswerte Anreise mit dem eigenen Auto auf sich zu nehmen :) Wir haben so unglaublich viel gesehen und erlebt in diesen 14 Tagen – das möchte ich um keinen Preis der Welt missen.

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Zwischen Sardegna und hier

Leute, Leute. Vor vier Stunden sind wir von unserem15-tägigen Sardinienurlaub zurückgekehrt. Noch sind wir völlig gefangen in diesem Niemandsland zwischen Urlaub und Zuhause, zwischen am-Strand-liegen und Wäsche waschen, zwischen Eis essen und Wochenendeinkauf. Ich mag noch gar nicht daran denken, wie der Montag mit Arbeit, Schule und Kindergarten wieder weitergeht. Und ich habe beschlossen, das auch wirklich nicht zu tun. Heute schwelge ich noch ein wenig im Gestern. Der Alltag muss noch einen Tag warten. Wenn ich dann wieder richtig im Alltagsmodus angekommen bin, werde ich natürlich ausführlich darüber berichten, wie ein Urlaub auf Sardinien mit drei Familien (sage und schreibe 14 Personen insgesamt) so aussehen kann. Aber bis dahin: noch ein bisschen Dolcefarniente. Nur noch ein ganz kleines bisschen  ….

Feuertaufe mit Bob

Juhu! Wir haben unser erstes Wochenende als Wohnwagen-Camper gut überstanden!

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Wir hatten einen wirklich schönen Campingplatz nicht weit von uns gefunden, der auch noch faire Preise hat. Ich habe nämlich gelernt, dass es da große Unterschiede gibt. Auf dem Campingplatz auf dem wir waren, ist es so, dass man eine Familienpauschale bezahlt hat – da war dann alles drin: Strom, Wasser, Stellplatz und alle Familienmitglieder. Das war sehr angenehm, da man von Anfang an wusste, welche Kosten auf einen zukommen.

Es war eine gute Idee, mit dem Wohnwagen erstmal eine kurze Exkursion zu machen. Das war ein guter Testlauf um sehen zu können, wie alles so läuft, was wir noch brauchen und was wir noch verbessern müssen.

Gemüse waschen an der eigenen Wasserstelle.

Gemüse waschen an der eigenen Wasserstelle.

Da es an diesem Wochenende zwischen 35°C und 36°C warm war, wissen wir jetzt auf jeden Fall schon, dass man es auch bei extremer Hitze schaffen kann in Bob zu überleben ;)

Ich persönlich war wieder davon überrascht, wie bequem man es in unserem kleinen Wohnwagen hat. Gut, es war wirklich schönes Wetter, weshalb wir nicht gezwungen waren, uns lange im Wohnwagen oder im Vorzelt aufzuhalten. Ein stürmischer, regnerischer Tag wäre bestimmt anstrengend … Aber schlafen und essen lässt es sich wirklich gut in unserem Bob.

Was auch nett war, war, dass wir ein paar gute Tipps von anderen, erfahreneren, Campern bekommen haben. Ich muss ja zugeben, dass ich gewisse Vorurteile gegen (vor allem Dauer-) Camper hege. Und viele Klischees kommen auch nicht von ungefähr, aber man muss sagen, dass die Camper an sich ein recht nettes Völkchen sind.

Wir sind auf jeden Fall total glücklich über unseren Wohnwagenkauf ♡

 

Wohnwagenverschönerung I

Nun steht Bob endlich vor unserer Tür und wir können damit beginnen, ihn für unsere Bedürfnisse zu optimieren. Das ist so cool!

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Ich muss zugeben, dass die Fahrt von seiner alten Heimat (im Schwarzwald) zu uns nach Hause ziemlich anstrengend war. Da war ich erstmal ganz schön ernüchtert. So mit 80 km/h über die Autobahn ist wirklich seeehhhhhrrrr langsam ;) Daran werden wir uns noch gewöhnen müssen.

Nach den etwas gemischten Gefühlen vom Vormittag, ob diese Art des Reisens nicht doch etwas zu „langsam“ für uns ist, bin ich jetzt schon wieder ganz versöhnt mit unserem kleinen Wohnwagen.

Ein paar alte Aufkleber mussten entfernt werden

Ein paar alte Aufkleber mussten entfernt werden

Wir haben es hinbekommen, in einem Rekordtempo kleine Veränderungen bzw. Verschönerungen vorzunehmen. Das ist so eine befriedigende Erfahrung! Vor allem weil man weiß, dass man lange etwas davon haben wird.

Der neue Fallschutz für das Stockbett. Das Brett soll in Runde II noch verschönert werden, aber im Moment tut es auch so seinen Dienst.

Der neue Fallschutz für das Stockbett. Das Brett soll in Runde II noch verschönert werden, aber im Moment tut es auch so seinen Dienst. Links hat mein Mann noch eine Mini-Strickleiter installiert, damit unsere Kleine besser hoch kommt.

Dann haben wir auch spontan im Wohnwagen zu Mittag gegessen und später auch noch eine fika (schwedisch für Kaffee trinken und Kuchen essen) gemacht. Und schon haben wir uns ganz heimelig gefühlt in Bob. Positiv überrascht hat uns außerdem, wie viel Platz an dem großen Tisch (dem Masterbed) ist. Wir saßen dort zu fünft und es hätten locker noch zwei weitere Personen mit an den Tisch gepasst.

Mein Mann und die beiden Großen haben dann auch gleich eine Nacht im Wohnwagen geschlafen. Und sie haben allesamt gut geschlafen. Das lässt auf viele angenehme Reisen hoffen …

Nun wollen wir weiter an Bob rumwerkeln und ihn mit ein paar nötigen Dingen wie Besen, Geschirr, etc. ausstatten und ihn dann auch schon bald auf eine erste kleine Reise entführen. Ich werde berichten :)

 

 

 

Bob ist da!

Wir sind so aufgeregt!

Seit gut einem Jahr liebäugeln wir damit, uns einen Wohnwagen zu kaufen. Und gestern haben wir es relativ spontan einfach getan :O

Es ist ein Knaus Passat aus dem Jahre 1969. Er hat also schon einige Jahre auf dem Buckel, aber er ist in einem unfassbar guten Zustand. So wie es scheint, waren alle Vorbesitzer echte Liebhaber und haben sich sehr sehr gut um ihn gekümmert. Alles was wichtig ist, ist intakt, nichts müffelt, fault oder fällt ab.

Die Kinder haben bestimmt, dass er Bob heissen soll. Ich finde das angesichts seiner runden 60er-Jahre Optik ziemlich passend.

Nun heißt es also, Bob noch so aufzuhübschen und herzurichten, dass er sich wie unserer anfühlt!  Wir sind voller Tatendrang und freuen uns schon jetzt auf all die Urlaube und Kurztrips, die wir mit ihm und in ihm erleben werden!

Bob wird natürlich ab jetzt auch regelmäßiges Thema dieses Blogs sein.

Yay!