Life Hacks für Eltern und solche die es werden wollen

Was Ofengemüse mit der Neugeborenenzeit zu tun hat? So einiges!

Hier sind meine – nicht wissenschaftlich belegten, sondern lediglich am eigenen Leib erprobten – Überlebensstrategien für die erste Zeit mit Baby.

Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er die Zeit mit Baby zu bewältigen hat. Nichts läge mir ferner. Aber es gibt natürlich einiges, was ich im Laufe von vier Schwangerschaften und vier Mal Neugeborenenzeit gelernt habe. Und das ist vor allem, die Feste so zu feiern wie sie fallen. Allgemein bin ich jemand, der ziemlich gut organisiert ist. Aber: das funktioniert mit Baby ja eben nicht immer so einwandfrei. Mein Survivaltipp für alle Eltern ist deswegen:

Do it while you can! 

Wenn das Baby gerade schläft, von Papa, Oma oder Onkel Eckbert gerade gut betreut ist, dann tue das, was dich später entlastet oder dir gut tut!

Irgendwie fällt es mir schwer zu beschreiben, was ich damit meine, ohne so Über-Mutter-Hausfrauen-mäßig zu erscheinen. Deswegen ein Beispiel: Nummer 1, 2 und 3 waren in der Schule bzw. im KiGa. Nummer 4 hatte ich hingelegt, da ich das Mittagessen vorbereiten wollte. Schnell, schnell ein paar Nudeln. Erstaunlicherweise war sie aber ganz zufrieden und ist sogar einfach so eingeschlafen. Deswegen habe ich die Gelegenheit genutzt und das Ofengemüse für das Abendessen schon geschält, kleingeschnitten, in Öl und Gewürze eingelegt und in den Kühlschrank gestellt. So konnte ich es abends einfach auf das Blech schütten – das geht nämlich auch mit nur einer freien Hand. 😑

Das ist aber auch ein eher „großes“ Beispiel für das was ich meine. Es geht mir auch um Kleinigkeiten. Vor allem Erstlings-Eltern werden doch oft verunsichert mit dem was man angeblich tun darf und was nicht …

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SO. VIELE. GEFÜHLE.

Puh. Was sind das im Moment für emotionale Tage.

Vor elf Tagen habe ich mein viertes Kind geboren. Heute hätte sie eigentlich erst auf die Welt kommen sollen.

Heute ist aber auch der erste Todestag unseres geliebten Hundes. Er war bei uns, seit er ein kleiner Welpe war.  Als er starb, war er knapp elf Jahre alt. Das bedeutet fast elf Jahre Spaziergänge. Egal bei welchem Wetter. Fast elf Jahre Dreck, nasse Pfotenabdrücke und Hundehaare. Im Haus und im Auto. Fast elf Jahre immer der Hund im Hinterkopf. Was machen, wenn wir länger weg sind? Fast elf Jahre Urlaub mit Hund. Immer mit dem Auto. Immer dorthin wo er mitkommen durfte. Fast elf Jahre Rücksichtnahme und Kompromisse. Tierarztrechnungen, Futterkosten, Kacktüten.

Aber auch fast elf Jahre unbändige, unmittelbare und ungebremste Liebe. Linus war groß, schwarz und hat manchmal ziemlich gestunken, aber er war eine echte Seele von einem Hund. Kein Kind, kein Kindergeburtstag, kein noch so großes Geschrei konnten ihn aus der Ruhe bringen. Und auch wenn es ein Klischee ist: Es war einfach so schön, nach Hause zu kommen und zu wissen, dass er da sein und vor Freude ausrasten wird. Einfach nur, weil du heimkommst.

Die Liebe für meinen Hund war natürlich anders als die, die ich für meine Kinder empfinde. Aber dennoch bin ich auch ein Jahr später unendlich traurig und vermisse ihn wie wahnsinnig. Denn er war doch irgendwie unser erstes Kind. Er hat nie in unserem Bett geschlafen, wir haben ihn auch nicht vom Tisch gefüttert und auch sonst haben wir ihn wie einen Hund, nicht wie einen Menschen behandelt. Aber mit ihm durften mein Mann und ich üben, was es heißt, gemeinsam Verantwortung für etwas zu übernehmen. Wir konnten lernen, uns abzusprechen. Wir haben auch gelernt, dass wir uns gar nicht sonderlich oft absprechen müssen, da wir uns in Erziehungsfragen meistens einig sind. So hat uns unser Hund mit auf das Abenteuer Großfamilie vorbereitet. Auch deswegen werden wir ihn nie vergessen.

Zu diesen ganzen emotionalen Daten kommen aber auch noch so viele andere Gefühle.

Ich vermisse meinen Vater, der keines seiner bisher fünf Enkelkinder (meine vier + das Baby meiner Schwester) kennenlernen durfte.

Ich vermisse auch meinen Mann, der nach ein paar Tagen daheim wieder arbeiten gehen musste. Nicht, weil er das so gerne möchte, sondern weil er muss. Ich habe mir ja nicht ohne Grund einen emanzipierten Schweden ausgesucht ;) Aber da seine Frau – also ich – nicht so der klassische Karrieretyp ist, muss er tapfer den Großteil des Familieneinkommens bestreiten. Und da man mit dem Höchstbetrag des Elterngeldes nur schwer eine sechsköpfige Familie ernähren kann, kann er keine Elternzeit nehmen.

Das bedeutet also, dass er morgens die Kinder in die Schule bzw. in den Kindergarten bringt und dann zur Arbeit fährt. Dann sind das Baby und ich alleine. Das genieße ich auch wirklich sehr, dennoch fehlt mir eben mein Mann. Ich würde so gerne mit ihm die ruhigen Vormittage auskosten und jede Bewegung, jedes Geräusch und jede volle Windel unserer Kleinsten mit ihm teilen. Aber da funkt eben die Realität dazwischen.

Zu all dem kommt dann noch diese ganz besondere Atmosphäre, wenn man gerade ein Baby geboren hat. Alles ist auf einmal wie in Watte gepackt und gleichzeitig total verstärkt.

Die Zeit geht langsamer und schneller zugleich. Alles ist entschleunigt und gleichzeitig rennen einem die Tage nur so durch die Finger. Auf einmal ist sie 11 Tage alt. Die Nabelschnur ist auch schon abgefallen. Das erste Mal baden haben wir ebenfalls hinter uns.

Deine Wahrnehmung verändert sich radikal. Auf einmal fährt jedes Auto viel zu schnell an dir vorbei. Alle reden viel zu laut. Bei der ersten Autofahrt spürst du jede einzelne Unebenheit bis ins Mark. Jedes kleine Loch in der Straße wird zu einem riesigen Graben, der den Kinderwagen viel zu sehr durchschüttelt.

Die Sonne scheint auf einmal heller. Jedes Licht ist viel greller. Der Regen ist lauter. Alles erscheint in mindestens 1000%.

Diese erste Zeit mit einem neuen Baby ist so vieles. Bewegend. Verwirrend. Bezaubernd. Anstrengend. Entspannend. Chaotisch. Eine Berg-und-Talfahrt. Emotional. Wunderschön. Lustig. Traurig. Unglaublich kleine Füße, Hände und Ohren. Weiche Haut. Winzige Klamotten, die trotzdem zu groß sind. Schmerzen im Nacken. Schmerzende Brüste. Ein überquellendes Herz.

Bestimmt erlebt jeder diese Zeit ein bisschen anders. Aber eines ist sie sicherlich für jeden: einmalig.

Und genau deswegen lasse ich diesen Beitrag jetzt Beitrag sein und versuche nicht, ihn noch zu verbessern, sondern lege mich stattdessen mit meinem Baby auf dem Arm auf die Couch. ❤️

hyperschlecht

Wie fängt man an, über etwas zu schreiben, das einen wochenlang außer Gefecht gesetzt hat? Ich weiß es nicht so richtig. Deswegen habe ich diesen Post auch schon 26 Mal in meinem Kopf entworfen und dann wieder verworfen. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, sich hinzusetzen und zu schreiben. So, nun aber der Reihe nach.

Ich bin schwanger mit meinem vierten Kind. An sich ist das ja eine tolle Nachricht. Jetzt, in Schwangerschaftswoche 21 kann ich das auch so empfinden und freue mich wahnsinnig auf dieses Baby. Aber bis vor zwei, drei Wochen sah die Welt noch ganz anders aus. Die dunkle Wolke, die mich beherrscht hat, heißt Hyperemesis gravidarum. Zu deutsch: die schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit. Ja, genau das, was Herzogin Kate auch hat. Jeder, der auch darunter zu leiden hatte, kennt nur allzu schmerzlich den Unterschied zur normalen morning sickness. Für die Glücklichen, die davon verschont waren: das eine lässt sich mit dem anderen nur schwer vergleichen.

Hyperemesis spielt in einer ganz anderen Liga. Natürlich variiert das Krankheitsbild auch hier von Schwangerer zu Schwangerer, aber man kann es vielleicht so zusammenfassen:

  • die Übelkeit begleitet dich 24 h am Tag
  • der Zustand hält weit über die 12. SSW hinaus an
  • das Erbrechen kann dich so schwächen bzw. dehydrieren, dass du in der Klinik mit Infusionen versorgt werden musst
  • die meisten Schwangeren brauchen Medikamente, um diese Zeit überhaupt zu überstehen
  • dieser Zustand ist psychisch extrem belastend

So weit, so schlecht. Ich war leider in allen vier Schwangerschaften davon betroffen. Bei der ersten ging es bis zur 25. SSW, und ich habe in den ersten Wochen 6 kg abgenommen. Bei der zweiten ging es ’nur‘ bis zur 20., dafür lag ich aber eine zeitlang in der Klinik. Bei der dritten Schwangerschaft hielt das Erbrechen bis zur 18. SSW an und diesmal bis zur 19. SSW.

Für meinen Mann war übrigens schon immer klar, dass er vier Kinder haben wollte. Ich jedoch habe immer gezögert. Und zwar nicht, weil ich kein viertes Kind wollte, sondern weil ich schlicht und ergreifend irrsinnige Angst vor einer erneuten Schwangerschaft hatte. Jetzt, da das schlimmste überstanden ist, kann ich sagen, dass ich mich darüber freue, dass wir diesen kleinen ‚Unfall‘ hatten und ich quasi bewusst gar keine Entscheidung treffen musste. Denn das muss ich klar sagen: bei allem Elend habe ich nie an einen Schwangerschaftsabbruch gedacht. Aber das zu erklären ist gar nicht so leicht. In diesen 13 Wochen Dunkelheit (von der 6. bis zur 19. SSW) war mir irgendwie gar nicht so richtig bewusst, dass ich ein Baby in mir trage. Das klingt verrückt, ich weiß. Aber durch die mit den Symptomen einhergehende Depression konnte ich  gar nicht hinter diese Tür gucken. Ich war gefangen in einem dunklen Raum aus Übelkeit und Erbrechen. Es gab kein Baby in diesem Raum. Nur mich und meinen Körper. Und die Angst. Meine Gedanken kreisten darum, wie ich den Tag überstehen könnte. Morgens fing es damit an, dass ich einen Zeitpunkt abzupassen versuchte, an dem möglichst keines der Kinder in der Nähe der Toilette war, wenn ich mich erbrechen musste. Dann ging es weiter mit der Frage, welche Flüssigkeit denn an diesem Tag am wenigsten schlimm wäre. Wasser? Tee? Ingwersud? Und welches Essen würde wohl heute überhaupt irgendwie funktionieren? Denn das ist die einzige Regel, die (für mich) ganz sicher galt: Wenn ich gar nichts esse, wird es noch schlimmer. Ansonsten gab es so gut wie keine Regeln, was das Ganze noch einmal so unendlich viel schwerer machte. An einem Tag konnte ich einen Flammkuchen essen und dazu eine Fanta trinken und es war ok. Am nächsten Tag konnte es passieren, dass ich mir nach einem Zwieback und einem Schluck Fencheltee die Seele aus dem Leib gekotzt habe.

Wenn es einem so schlecht geht und man so oft es geht einfach auf der Couch vor sich hin vegetiert, googelt man natürlich und sucht Berichte von anderen Betroffenen. Vor Allem bei Instagram bin ich da fündig geworden. Dabei habe ich einige Posts von Frauen gefunden, denen es so ging wie mir oder sogar noch schlechter. Bilder von Eimern, Braunülen, Infusionsständern, etc. So schlimm das auch war, so sehr hat es mich natürlich getröstet, dass ich nicht alleine bin. Aber, was mich wirklich schockiert hat, waren die vielen Beiträge, die in einem fröhlich-tschilpenden Ton so Dinge verkündet haben wie: „Heute wieder ein echt schlechter Tag. Naja, da muss man halt durch. Lachender emoticon, Herz emoticon, Sonnen emoticon #hyperemesisgravidarum“ und dazu ein durchgestyltes Foto einer lächelnden Schwangeren. Oder Beiträge, bei denen IG-typische Fotos von opulenten Mahlzeiten gepostet wurden und dazu Kommentare wie „Nach diesem Essen ist die #hyperemesisgravidarum ein bisschen besser auszuhalten! Lachender emoticon“  Puh. Ich meine, ich fühle mich schon ein bisschen merkwürdig dabei, das zuzugeben, aber ich habe mich von solchen Posts verhöhnt gefühlt. Ich weiß, dass jeder seiner eigenen Wahrnehmung unterliegt, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass diese Frauen das gleiche durchgemacht haben wie ich. Es ist ja auch völlig ok, wenn man sich nicht wochenlang beschissen fühlt! Glaubt mir, es ist sogar besser so! Die wirkliche Hyperemesis wünsche ich niemandem! Niemandem! Aber ich wünsche mir, dass man sorgsam mit diesem Thema umgeht. Wenn man nicht wirklich davon betroffen ist, sollte man sich vielleicht einfach zurückhalten. Auch mit Tips. Wenn ich einen Euro für jedes Mal bekommen hätte, da mich jemand fragte: „Hast du es denn schon mal mit Ingwer probiert? Soll helfen …“, dann könnte ich jetzt mit dem Geld ein schönes Wochenende irgendwo verbringen.

Ja, ich habe Ingwer ausprobiert. Ja, ich habe B-Vitamine probiert. Ja, ich kenne Vomex. Ja, ich kenne den Trick, erstmal einen trockenen Keks zu essen bevor man aufsteht. Ja, ich kenne Nux Vomica. Ja, ich habe nach dem Aufstehen erstmal einen Schluck lauwarmes Wasser getrunken. Ja, ich habe es mit Tee probiert. Ja, ich kenne Ipecacuanha. Ja, ich habe es mit ausschließlich warmem, bekömmlichem Essen versucht. Ja, ich habe an einer Zitrone gerochen. Ja, ich habe so ein blödes Akupressur-Armband. JA JA JA!

Wie gesagt, bei mir war das einzige, was sicher war, dass ich mich zum essen zwingen musste, denn sonst war ich völlig verloren. Dennoch ist mir auch das nicht immer gelungen. Manchmal war der Widerwille gegen das Essen einfach zu groß. Ansonsten habe ich es mit Akupunktur versucht. Es hat die Übelkeit nicht weggezaubert, aber es hat mir zumindest ein kleines bisschen Linderung und Entspannung verschafft. Meine Hebamme meinte jedoch auch, dass das einzige was wirklich helfen könnte, Ruhe und Entspannung sei. Das ist natürlich nicht gerade leicht zu bewerkstelligen, wenn ein Kind frisch in die dritte Klasse (= neue Lehrerin, neues Klassenzimmer, neue Ansprüche) kommt, das andere Kind eingeschult wird (alles neu!) und das dritte Kind Eingewöhnung im Kindergarten hat. Deswegen waren die ersten 4-5 Wochen nach den Sommerferien auch die schlimmsten überhaupt. Erst, als sich alles eingependelt hatte, und ich auch mal wieder 2-3 Stunden am Tag für mich hatte, ging es langsam bergauf. Nichtsdestotrotz konnte ich nach dem Sommerurlaub bis heute nicht mehr arbeiten gehen. Momentan arbeite ich nur von zu Hause. (Das ist mir auch nach wie vor ein Rätsel, wie Frauen mit Hyperemesis es schaffen, ihren Job weiterzumachen. Riesenrespekt an dieser Stelle.)

Der einzige Tip, den ich mir anmaßen würde, anderen Betroffenen zu geben ist der folgende: Besprecht mit eurer Frauenärztin/eurem Frauenarzt die Möglichkeit der Beantragung einer Haushaltshilfe. Zu mir kam an drei Tagen in der Woche eine Frau, die mir geholfen hat. Das war wirklich eine wahnsinnige Erleichterung! Wenn ihr also betroffen seid und die Möglichkeit dazu habt, nehmt diese Hilfe an! Ich fand die Vorstellung am Anfang zwar auch schwierig, dass jemand um mich herumwirbeln sollte, während ich im Bett lag, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Während der Zeit in der die Haushaltshilfe da war, ging es bei mir auch sichtlich bergauf. Das kann natürlich auch Zufall gewesen sein, aber mir hat es ungemein geholfen, dass jemand da war, der dieses äußere, belastende Chaos ein bisschen gebändigt hat.

Warum schreibe ich das eigentlich alles auf? Tja, es ist wohl wie so oft, wenn Menschen über Dinge schreiben, die sie belasten oder belastet haben: Man erhofft sich davon eine Art Therapie, dass man sich frei machen, vielleicht sogar abschließen kann mit diesem dunklen Kapitel. Im Englischen gibt es das schöne Wort closure. Das wünsche ich mir. Und ein bisschen gut fühlt es sich auf jeden Fall schon an. :)

Jetzt kann ich mich endlich wieder den schönen, sonnigen, bunten, wilden, fröhlichen, banalen Dingen des Lebens widmen und mich auf mein viertes Baby freuen. Yay!

Danke, dass ihr bis hierhin gelesen habt. ♡

Anna

 

 

P.S.: Es tut mir leid, dass manche von euch nun erst auf diesem Wege von Baby Nummer 4 erfahren haben …

 

 

Gebirgs-Wandmalerei

Im Zuge der Verschönerung des Spielpodests kamen wir auf die Idee, das Spielzimmer der Kinder endlich einmal zu streichen.

Da das Zimmer ja allen drei Kindern als Spielzimmer dient, musste es etwas neutrales sein und sollte auch zu dem neuerlich grau bezogenen Podest passen.

Relativ schnell hatten wir uns auf Berge geeinigt.

Mithilfe von viel Malerkrepp und ein paar Vorlagen, die wir aus Pappe ausgeschnitten hatten, konnten wir das Gebirge relativ schnell und problemlos an die Wand malen. 

Endlich mal wieder …

… hatte ich Zeit etwas zu nähen! Herrlich.

Leider komme ich nicht so oft dazu, wie ich mir das wünschen würde. Aber das geht wohl vielen so.

Nun habe ich es also endlich mal wieder geschafft. Das alte Wickeltäschchen, das ich hatte, war wirklich erbärmlich … Höchste Zeit für ein neues. Denn auch wenn das dritte Kind mittlerweile schon zwei ist –  auch für das letzte halbe Jahr/Jahr darf es ja noch ein bisschen hübsch sein.

Also ran an den Stoffschrank, etwas schönes aussuchen und los geht es.

Von innen ist es ziemlich schlicht: weißer und blau-weiß gestreifter Stoff. Außen habe ich den letzten Rest eines tollen Stoffs mit Segelbooten benutzt. Und so sah die Tasche dann von außen aus:

Verschlossen wird das ganze mit einem breiten, dunkelgrünen Gummiband. Das hatte ich zufällig noch da. Manchmal hadere ich ein bisschen mit diesem Pragmatismus: wenn ich mich dazu entschlossen habe, etwas zu machen, ziehe ich es auch durch, auch wenn ich vielleicht nicht perfekt dafür ausgestattet bin. Mir hätte ein dunkelblaues Gummiband besser dazu gefallen, aber dafür hätte ich extra in ein Geschäft fahren müssen, und dann weiß ich nicht, ob ich das Nähprojekt auch wirklich so schnell abgeschlossen hätte. Manchmal braucht es einfach nur ein wenig Mut zur Imperfektion ;)

Unverhofft schön

Was macht man mit einem Tag, den man unverhofft Zuhause verbringt, da das mittlere Kind in der Nacht Fieber bekommen hat? Zuerst war ich ein wenig genervt, da ich sooo viel zu tun hatte, so viel zu erledigen, so viel vor. Es fällt mir oft schwer, mich von dem loszulösen, das ich mir ursprünglich vorgenommen hatte. Ich habe dann immer das Gefühl, dass mein gesamtes Konzept zusammenbricht. Bei einem 5-Personen-Haushalt gibt es eben immer viel zu tun … Aber mal ehrlich: Geht wirklich die Welt unter, nur weil ich nicht schon morgens die Waschmaschine anschmeiße? Oder weil ich nicht ins Büro fahre, sondern nur von zu Hause die wichtigsten Mails beantworte? Bricht wirklich das reinste Chaos aus, weil ich nicht einkaufen gehe, sondern meinen Mann bitte, dies auf dem Heimweg zu erledigen? Eben …

Als ich mich also damit abgefunden hatte, dass es heute nicht wie geplant laufen würde, einige Anrufe getätigt hatte und ein paar Mails beantwortet hatte, wurde es ganz wunderbar.

Schneeschippen mit Uropa

Zuerst mussten wir Schnee schippen. Dank Fiebersaft und warmer Kleidung hatte sogar meine kränkelnde Tochter viel Spaß dabei.

Danach haben wir gemeinsam einen italienischen Tomaten-Auberginen-Auflauf gemacht. Lecker!

Parmigiana di melanzane

 

 

 

 

 

 

Und da der Ofen dann sowieso schon einmal heiß war, haben wir auch gleich noch einen Rotweinkuchen gebacken. Den haben wir dann nachmittags mit viel Obst und Tee bei der Lektüre von Pippi Langstrumpf gegessen.

Unser Nachmittagssnack

Alles in allem war es ein wirklich entspannter, schöner Tag. Nicht, dass ich mir jetzt wünschen würde, dass meine Kinder öfter einmal krank würden, aber naja, so ab und zu … ;)

Kneten!

Jetzt, da die Tage langsam kühler und dunkler werden, verändert sich unser Nachmittagsprogramm merklich. Wenn die Kinder nicht beim Sport sind, sind wir jetzt nicht mehr jeden Tag im Schwimmbad oder auf dem Spielplatz. Die Aktivitäten verlagern sich naturgemäß wieder mehr nach drinnen. Ich muss sagen, dass ich unheimlich gerne draußen bin, aber im Moment genieße ich diese ruhigeren, gemütlichen Nachmittage total. Aber nicht immer beschäftigen sich unsere drei Granaten lieb und artig ganz alleine (miteinander).

Da muss dann natürlich etwas her, das einem 2-Jährigen, einer 5-Jährigen sowie einem 7-Jährigen Spaß macht. Zur Zeit ist die Dino-Welt von Playmobil wieder hoch im Kurs, oder manchmal konstruieren wir auch abgefahrene Murmelbahnen; oder wir bauen die Holzeisenbahn auf. Aber der Knaller ist momentan kneten!

Unsere Kinder beweisen dabei unglaubliches Sitzfleisch. Fast therapeutisch mutet es an, wenn sie mit ernster Miene Schlangen rollen, Brote schneiden, Kuchen formen oder Sterne ausstechen. Einige Spiele, die die Kinder mit uns machen wollen, lösen ja nicht unbedingt Begeisterungsstürme bei uns Eltern aus. Anders beim Kneten. Auch mir macht es wahnsinnig Spaß, mit dieser geschmeidigen Masse etwas zu formen. Es hat etwas meditatives an sich. Ich habe auch wirklich das Gefühl, dass es die Kinder erdet und ruhiger macht. Nach so einer Knet-Session sind sie immer sehr ausgeglichen.

Übrigens benutzen wir gar nicht ökologisch einwandfreie Bio-Knete für 30 € sondern die ganz Profane aus den kleinen Töpfchen. Darf man das  heutzutage überhaupt noch zugeben? ;) Egal. Es macht uns allen auf jeden Fall riesigen Spaß. Und das ist ja im Grunde unbezahlbar.

Hühner-Schneemann-Vogel

Hühner-Schneemann-Vogel

Ein Ausflug zur Burg Guttenberg

Eigentlich hätten wir an diesem verlängerten ersten Oktoberwochenende ja in München bei Freunden sein sollen, aber die allseits beliebten Magen-Darm-Infekt-Viren haben uns leider einen Strich durch die Rechnung gemacht … So weit, so schlecht. Aber was soll man lange dem verpassten Städtetrip nachweinen. Die ersten beiden Tage waren wir alle nicht wirklich in der Lage große Ausflüge zu machen, aber am Tag der deutschen Einheit ging es der ganzen Familie wieder so gut, dass wir beschlossen, irgendwohin zu fahren, wo wir noch nie waren.

Nach einiger Suche und Diskussion einigten wir uns auf die Burg Guttenberg, die am Rande des Neckartals, in der Nähe von Bad Wimpfen, liegt. Auch die Kinder waren von der Idee angetan – Ritterburgen ziehen irgendwie immer. Und ein Blick auf die Internetseite sagte uns, dass der Eintritt in die Burg bzw. in das Museum für Familien insgesamt nur 12 € kostet. Das war natürlich eine freudige Nachricht für den Großfamiliengeldbeutel.

Obwohl das Wetter recht kühl und unbeständig war, war es ein toller Ausflug. Die Burg hat eine überschaubare Größe; die Wege sind gut für Kinder jeglicher Altersklassen zu bewältigen. Da wir um die Mittagszeit losgefahren sind, sind wir gleich in die Burgschenke eingekehrt. Der Blick aus den unzähligen Fenstern ist wahnsinnig schön, und die Kinder waren lange damit beschäftigt, Ich sehe was, was du nicht siehst zu spielen. Das Essen war sehr gut und bezahlbar. (Die Kinderportionen waren übrigens gigantisch!) Satt und zufrieden sind wir dann also losgezogen. Wie gesagt, die Größe der Burg ist überschaubar, und so mussten wir nur zwei Minuten zum Museum laufen. Man kommt dabei an der Greifenwarte vorbei und kann einige Eulen und Greifvögel sehen. Den Besuch der Warte mit Flugshow haben wir uns allerdings gespart, denn der kombinierte Familienpreis für Museum, Burg und Greifvogelwarte liegt dann schon bei 40 €.

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Das Museum ist wirklich auch für kleinere Kinder ein Erlebnis, denn in jedem Raum gibt es Dinge zu sehen, die auch die Kleinen schon spannend finden – Ritterrüstungen, altes Spielzeug, Schaukästen mit nachgestellten Schlachten und natürlich das absolute Highlight: ein echtes Plumpsklo an der Turmmauer. ;)  Um die einzelnen Ebenen der Ausstellung zu erreichen, muss man eine schmale, steinerne Wendeltreppe hinaufgehen. Die Treppe mit den wiederkehrenden Aussichtsfenstern fanden unsere Kinder auch ziemlich cool. Ganz oben erwartet einen dann für den Preis von 50 Cent, die man in einen Kasten werfen muss, sogar ein echtes Schlossgespenst. Von dort aus kann man über einen Mauergang zu einem weiteren Turm gelangen, den man besteigen kann. Von dort oben ist die Aussicht wohl wirklich berauschend. Ich kann das leider nur aus zweiter Hand berichten, denn meine Höhenangst hat mich kurz vor der Mauer schon fast brechen lassen … Ich harrte also wimmernd aus, während meine Kinder und mein Mann heldenhaft den Turm bestiegen. Natürlich tat ich aber jedes Mal, wenn jemand vorbeikam, so, als würde ich intensivst die Mauersteine untersuchen. *hüstel hüstel*

 

imageEs gibt auf der Burg keinen Spielplatz, aber eine Wiese (die bei besserem Wetter wohl zum picknicken gedacht ist), auf der ein formidabler Kletterbaum steht. Außerdem gab es ein Holzfass, das unsere Kinder,nach dem Vorbild anderer Kinder, einen kleinen Abhang hinaufschoben und von dort wieder runterrollen ließen. Irgendwann meinte dann allerdings mein Mann, sie sollten mal damit aufhören. Darüber war ich etwas irritiert, aber auf meine Nachfrage sagte er nur: „Das ist eigentlich als Tisch gedacht, nicht als Spielzeug. Hast du das nicht gesehen?“ Oops …

Ganz zum Schluss sind wir dann noch einen kleinen Waldweg hinunter gelaufen, der vorbei an einem kleinen Gärtchen und mehreren Grabstätten zu der burgeigenen Kapelle führt. Diese war leider verschlossen, aber der Weg dorthin war trotzdem schön und auch wieder nicht zu weit für die Kinder.

Alles in allem ein empfehlenswerter Ausflug!

 

 

Haufen machen

Als wir letztes Jahr eine große Tour durch Schweden machten, haben wir auf dem Weg zu meinen Schwiegereltern einige Kindheitsfreunde meines Mannes besucht und auch teilweise bei Ihnen zuhause übernachtet. Ich finde es ja immer irre spannend, zu beobachten wie andere Familien so leben.

Bei Familie Taavo, die südlich von Stockholm wohnt, ist es immer besonders nett und spannend. Die beiden haben eine Tochter, die ein Jahr älter ist als unser ältester Sohn und dann noch Zwillinge, die so alt sind wie er. Sie haben also innerhalb eines Jahres drei Kinder bekommen. Ich weiß, dass die erste Zeit mit den Zwillinge unheimlich hart war, aber irgendwie haben sie es hinbekommen nicht völlig wahnsinnig zu werden und erwarten sogar mittlerweile ihr viertes Kind (diesmal wird es ein Junge)!!!

Da die baden-württembergischen Schulferien fast völlig konträr zu den schwedischen Sommerferien sind, waren wir bei Ihnen als die Mädchen schon wieder Schule hatten. Als der Tag langsam zu Ende ging, hörte ich die Mutter ihre Mädels etwas fragen, dass sich für mich anhörte wie „Habt ihr schon eure Haufen gemacht?“ Nun spreche ich relativ gut Schwedisch, aber diese Frage irritierte mich und ich dachte, ich hätte etwas falsch verstanden. Also fragte ich nach. Aber nein, ich hatte richtig verstanden. Meine Bekannte erklärte mir, dass sie schon vor länger Zeit eingeführt hätten, dass ihre Töchter abends das rauslegten, was sie am nächsten Tag anziehen wollten, um morgens die Hektik ein bisschen geringer zu halten. Einen Klamottenhaufen also. Ha. Das leuchtete mir ein. Denn wie oft hatte ich schon morgens stundenlange Diskussionen (vor allem mit meiner Tochter) darüber geführt, ob sie nun die rosafarbene oder die blaue Leggings oder vielleicht doch lieber eine Strumpfhose und ein Kleid anziehen sollte. Diese Debatten sind naturgemäß frustrierend, aber wenn noch der morgendliche Stress dazukommt … pfff … Drama!

Im darauffolgenden Herbst praktizierten wir also die neu gelernte Methode. Und ich muss sagen, es funktionierte wirklich wunderbar! Meine Kinder (wieder vor allem meine Tochter) legten mit großem Ernst und höchster Sorgfalt abends ihre Klamotten raus und freuten sich am nächsten Tag darüber, dass alles schon bereit lag.

Ich muss sagen, dass wir das System über den Sommer wieder vernachlässigt haben, da schlicht die Notwendigkeit nicht so da ist. Wenn es warm ist, ist es einfach klar, dass man einen Rock oder eine kurze Hose und ein T-Shirt anzieht. Basta. Aber jetzt, wo es auf einmal wieder extrem wechselhaft ist, und die Kinder morgens wieder fragen: „Was soll ich anziehen? Wird es warm oder kalt? Regnet es? Brauche ich auch Socken?“, ist mir das Haufen machen wieder eingefallen. Und ab morgen Abend werden bei uns wieder schöne, fertige Haufen liegen, die nur auf den nächsten Morgen warten. :)

 

Mission impossible für Kleinkindeltern

Es gibt so Dinge, die man einfach nicht glauben konnte, bevor man selbst Kinder hatte: wie viel man über Kacke reden kann, wie wunderschön und still die Zeit nach 20/21 Uhr sein kann, wie erfüllend es sein kann, alleine zu duschen, wie sehr man einen Einkauf im Supermarkt genießen kann, … Bei mir gehört auf diese Liste auch das merkwürdige Verhalten von Kleinkindeltern beim Zu-Bett-Bringen der Kleinen.

Vor den Kindern hatte ich – zumindest unbewusst – die Vorstellung, dass die Kleinen, wenn sie so circa ein Jahr alt wären, relativ problemlos ins Bett gehen würden. Ich hatte das Bild vor mir, wie ich mein Kind sanft in den Armen wiege, ihm ein Schlaflied vorsinge, es dann ins Bett lege, ihm einen Kuss gebe, das Licht ausmache und dann mit einem gehauchten „Gute Nacht ihr Prinzen von Maine, ihr Könige von Neu England“ das Zimmer verlasse.

Yeah right.

Nun muss ich dazu sagen, dass alle unsere drei Kinder recht gute Schläfer sind, und unser Abendprogramm ziemlich ritualisiert ist und damit auch meistens sehr gut läuft. Meistens. Aber an den Abenden, an denen es einem besonders wichtig erscheint schnell wieder aus dem Kinderzimmer zu kommen, weil z.B. Besuch da ist, geht doch oft etwas schief und es kommt einem vor, als würde das Ganze überhaupt kein Ende mehr nehmen.

Denn bei allen drei Kindern kann ich mich an Situationen erinnern (die letzte war gestern Nacht), in denen ich Tom Cruise (im Film Mission Impossible) eine astreine Lektion hätte erteilen können. Nun, in der Realität ist es nämlich so, dass der kleinkindliche Schlaf oft eine fragile Sache ist, dessen federfeines Bauwerk es auf keinen Fall zu zerstören gilt! Will meinen: wenn das Kind nun endlich eingeschlafen ist, wird es durch unerwartete Geräusche (knacksende Gelenke, ächzende Dielen, aus Versehen umgetretene Autos) und unüberlegte Bewegungen gerne wieder aus dem Schlaf gerissen. Dies führt dann dazu, dass man den ganzen Prozess wieder von vorne beginnen muss. Und das will nun wirklich keiner.

In meinem (unseren) Fall haben wir zugunsten eines beschleunigten Prozesses 1. unsere Prinzipien schon lange über Bord geworfen und lassen Kind Nummer 3 auch schonmal einfach auf unserer Brust oder Arm einschlafen, und 2. vollführen wir danach bereits erwähnte Stunt-ähnliche Bewegungskünste, die sich in zwei Phasen unterteilen lassen:

Phase 1. Die Das-Kind-Ins-Bett-Legen-Phase

In dieser Phase gilt es, das nunmehr schlafende Kind so vorsichtig wie möglich abzulegen. Ist das Kind auf dem Arm eingeschlafen, hält sich die Herausforderung in Grenzen. Ich bevorzuge immer mehrere Schritte. Am Anfang schaukle ich das Kind weiter, werde dabei aber immer langsamer. Dann halte ich inne, aber lege das Baby noch nicht ab!! Erst in Schritt drei lege ich das Kind behutsam ins Bett. Aber Vorsicht: sollte das Kind noch einmal zucken oder nach der Hand greifen, ist es unbedingt notwendig, wieder ein Mehr-Schritte-Verfahren anzuwenden! Erst die Hand fest umschließen (hierbei ist es wichtig, dass die elterliche Hand außen ist), dann den Griff lockern, aber noch nicht loslassen!! Und erst im letzten Schritt langsam aber sicher die Hand komplett entfernen.

Schwieriger wird es, wenn das Kind auf der Brust eingeschlafen ist und man selbst in eher ungünstiger Position auf dem Boden oder in unserem Fall auf dem Sitzkissen neben dem Babybett verharrt hat. Denn nun kommt zu den oben erwähnten Schwierigkeiten noch, dass man vermutlich verrenkte, eingeschlafene und steife Gliedmaßen hat. Dies erschwert die Sache maßgeblich und mindert die gewünschte Geschmeidigkeit enorm. Im ersten Schritt ist also hier gefragt, möglichst ohne großen Ruck aufzustehen. Ich empfehle hier, die Füße quasi zu überkreuzen und alleine mit Oberschenkelkraft aufzustehen. Wem diese Kraft fehlt, der kann nur versuchen, sich irgendwie, mit Kind auf dem Arm in den „Zwei-bis-Vier-Füßlerstand“ zu bringen und dann irgendwie über die Knie nach vorne oben abzurollen (hierbei ist streng darauf zu achten, dass man sich nicht selbst vor seinem inneren Auge visualisiert, denn dies könnte zu a) einem Heulkrampf oder b) einem Lachanfall führen). Wem beides nicht gelingt, muss sich entweder auf eine Nacht neben dem Bett des Nachwuchses einstellen, oder darauf hoffen, dass irgendwann der Partner kommt und einem aufhilft … Ist jedoch das Aufstehen geglückt, kommt der zweite Schritt: das bereits oben beschriebene Ablegen des Kindes. Erschwert durch die körperlichen Einschränkungen, die das Verharren und das anschließende Aufstehen mit sich gebracht haben, gilt es nun vor Allem das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Denn wenn nach all den Anstrengungen plötzlich und unvermittelt 11 kg Gegengewicht wegfallen, muss man sich wirklich Mühe geben um nicht ins Schwanken zu geraten – das könnte das ganze Kartenhaus zum Einsturz bringen.

Phase 2. Die Sich-Aus-Dem-Zimmer-Schleich-Phase

Sollte man es geschafft haben, Phase 1 mit einem gewissen Grad an Grazie hinter sich zu bringen, heißt es nun, Phase 2 zu meistern. Folgende Hürden gilt es hier zu überwinden:

  1. Auf nichts treten das Krach machen könnte!
  2. Nicht losheulen wenn sich einem etwas Spitzes in den Fuß bohrt!
  3. Die knarrenden, ächzenden Stellen im Boden vermeiden! Hier sind Altbaubewohner klar im Nachteil … Abhilfe kann ein Teppich schaffen, der gefährliche Stellen markiert – „Nicht auf den Elefanten treten! Da knarzt es!“
  4. Was von Anfängern oft unterschätzt wird, ist der plötzliche Lichteinfall beim Öffnen der Schlafzimmertür. Wenn man es also versäumt hat, vorher im Flur die Lichter auszumachen oder eventuelle Fenster abzudunkeln, muss man sich jetzt möglichst breit vor die Tür stellen (um viel Licht mit dem eigenen Körper abzufangen) und dann GANZ schnell Tür auf – raus – Tür zu!

So weit so gut. Gestern führe ich also alle Schritte professionell aus. Ich wiege das Kind, ich lege es vorsichtig ab, behalte meine Gelenke unter Kontrolle, schleiche mich langsam Richtung Tür, trete dabei auf nichts was mir einen Schmerzensschrei entlocken könnte, öffne langsam aber bestimmt die Tür …

In diesem Moment schreit das mittlere Kind in einer Lautstärke, die auch die beiden anderen Kinder sofort wieder aufweckt: „Maaammmaa, ich muss Kaka!!!“

Jackpot.

Gehe in das Gefängnis. Begib Dich direkt dorthin. Gehe nicht über Los. Ziehe nicht DM 4000 ein.