Schwedische kokosbollar

Sehr beliebt in Schweden sind kleine süße Teilchen, die man zum Kaffee isst. So wird daraus eine fika(paus), also eine Kaffeepause. Ein für uns lustiges Wort, aber eine schöne Tradition. Das Kaffeetrinken wird in Schweden ziemlich zelebriert – man trinkt gerne und viel Kaffee.

Es gibt traditionell Kekse, Gebäckstücke oder eben sogenannte kokosbollar (oder auch chokladbollar) dazu.

Aus gegebenem Anlass – eine meiner Lieblingsschwestern feiert morgen Geburtstag – habe ich heute welche selbst gemacht. Da meine andere Lieblingsschwester jeden Januar ihr eigenes Fasten-Programm durchzieht und auf alle tierischen Produkte und konventionellen Zucker verzichtet, habe ich diesmal auch eine vegane Variante gemacht. Beides geht super schnell und einfach und man kann es unendlich variieren. UND die Kinder mögen es auch!

Hier das Rezept

150 g Butter oder Kokosöl (Zimmertemperatur)

2 dl Zucker oder Xylit (Birkenzucker)

3,5 dl feine Haferflocken

1 dl Kokosflocken

1,5 EL Vanillezucker oder Xylit

4,5 EL Kakaopulver

3 EL kalter Kaffee (mit Kaffee schmeckt es besser, wer aber der Kinder wegen auf Kaffee verzichten möchte, kann auch einfach Wasser nehmen)

Kokosflocken oder Hagelzucker zum verzieren

In Schweden werden Rezepte traditionell in dl=Dezilitern angegeben. Man benutzt zum Abmessen kleine Messbecher. Die gibt es unter anderem bei IKEA. 

Erst das Fett mit dem Zucker vermischen (von Hand oder mit dem Rührgerät), dann die restlichen Zutaten unterrühren. In einen tiefen Teller die Kokosflocken oder den Hagelzucker (ich persönlich stehe auf die Kokosvariante) schütten. Aus dem Teig kleine Kügelchen formen und in den Flocken hin- und herrollen.

Die fertigen Kügelchen in einer Dose im Kühlschrank mindestens eine Stunde kaltstellen. (Vor allem die Butter-Variante – die bollar aus Kokosöl sind von Natur aus härter) Man kann sie auch super einfrieren. Aber bei uns kommt es irgendwie nie dazu ;)

Ich bin mir relativ sicher, dass man die chokladbollar auch noch „gesünder“ machen kann und den Zucker zum Beispiel durch Honig oder Agavendicksaft ersetzen kann. Ich habe es nur noch nie ausprobiert.

Jetzt noch Kaffee kochen und die süßen Kugeln genießen …

Mit 14 Mann nach Sardinien

Das war ein ganz schönes Projekt, das wir uns da vorgenommen hatten: Zu vierzehnt nach Sardinien! 3 Familien, 1 Wohnwagen, 1 Wohnmobil, 1 VW-Bus mit Anhänger, 6 Erwachsene, 8 Kinder, 2 Wochen, 900 km nach Livorno, 6,5 h auf der Fähre, 630 km Rundweg auf Sardinien, wieder 6,5 h Fähre, wieder 900 km von Livorno nach Hause …

Zu Vierzehnt? seid ihr bekloppt?

Viele Leute, denen ich davon erzählt habe, was wir in den Pfingstferien vorhaben, haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen: „Ne, das wäre mir zu anstrengend!“ „Mit so vielen Leuten zusammen Urlaub machen? Wahnsinn!“ Und, was soll ich sagen? Ja, es ist nicht immer leicht, sich mit so vielen anderen Menschen abzustimmen, zu arrangieren und zu einigen. Aber es ist eine unheimlich wertvolle Erfahrung, bei der man viel über sich selbst und die anderen lernen kann. Und für die Kinder war es einfach traumhaft. Es war immer jemand da zum Spielen (und das schon am frühen Morgen!) und zusammen waren sie unheimlich frei und selbstständig: so konnten zum Beispiel die Kleinen zusammen mit den größeren Kindern auf den Spielplatz laufen oder mit Lauf- und Fahrrädern eine Runde um den Campingplatz drehen – ganz ohne Erwachsene. Auch für uns Eltern war das natürlich eine riesige Erleichterung. Wir konnten Urlaub mit unseren Kindern machen, aber mussten sie nicht permanent bespaßen – wir waren entspannt und zufrieden und so waren die Kids es auch. Wie gesagt, es gab auch Situationen, die für alle unbefriedigend waren, da man vielleicht unterschiedliche Vorstellungen von der Tagesplanung oder vom Essen oder oder oder hatte, aber alles in allem war es eine tolle Erfahrung.

Die Anreise

Auf der Fähre

Ich möchte diesen Urlaub nicht jedes Jahr machen, aber ich bin soooo froh, dass wir es dieses Jahr so gemacht haben! Das liegt daran, dass die Anreise mit Auto (und Wohnwagen) eben ziemlich lang ist. Wir mussten circa 900 km nach Livorno fahren und dort dann auf die Fähre. Da die Italiener ja ihrem Ruf gerecht werden müssen, vielleicht nicht das bestorganisierteste Volk der Erde zu sein, ging die Fähre auch einfach mal eine Stunde später los als angekündigt ;) Mit dem Flugzeug ist die Reise natürlich schneller und bequemer, aber für uns als fünfköpfige Familie einfach nicht optimal. Alternativ kann man übrigens auch von Genua oder sogar von Frankreich (Nizza, Marseille oder Toulon) die Fähre nehmen. Preise vergleichen lohnt sich! Für unser großes Gespann war es jedoch am günstigsten von Livorno aus. Bei der Kalkulation der Anreise darf man auch nicht vergessen, die anderen Kosten mit einzuberechnen – z.B. Vignetten (ja, Vignetten – denn in der lieben Schweiz braucht nicht nur das Auto eine Vignette, sondern auch der Wohnwagen!) und Mautgebühren.

Tipps? ja, Tipps

Ich tue mich immer schwer damit, ganz konkret zu Dingen zu raten oder von ihnen abzuraten, da die Vorstellungen und Geschmäcker ja so verschieden sind, aber in diesem Fall möchte ich es doch tun: Ich behaupte, dass man total viel verpasst, wenn man auf Sardinien in einer einzigen Unterkunft bleibt anstatt die Insel zu erkunden. Ich habe selten eine so vielfältige Landschaft kennengelernt. Deswegen ist mein ganz klarer Tipp, sich entweder einen Mietwagen zu leihen, oder eben doch die beschwerliche, aber lohnenswerte Anreise mit dem eigenen Auto auf sich zu nehmen :) Wir haben so unglaublich viel gesehen und erlebt in diesen 14 Tagen – das möchte ich um keinen Preis der Welt missen.

Weiterlesen

Zwischen Sardegna und hier

Leute, Leute. Vor vier Stunden sind wir von unserem15-tägigen Sardinienurlaub zurückgekehrt. Noch sind wir völlig gefangen in diesem Niemandsland zwischen Urlaub und Zuhause, zwischen am-Strand-liegen und Wäsche waschen, zwischen Eis essen und Wochenendeinkauf. Ich mag noch gar nicht daran denken, wie der Montag mit Arbeit, Schule und Kindergarten wieder weitergeht. Und ich habe beschlossen, das auch wirklich nicht zu tun. Heute schwelge ich noch ein wenig im Gestern. Der Alltag muss noch einen Tag warten. Wenn ich dann wieder richtig im Alltagsmodus angekommen bin, werde ich natürlich ausführlich darüber berichten, wie ein Urlaub auf Sardinien mit drei Familien (sage und schreibe 14 Personen insgesamt) so aussehen kann. Aber bis dahin: noch ein bisschen Dolcefarniente. Nur noch ein ganz kleines bisschen  ….

Ein Ausflug zur Burg Guttenberg

Eigentlich hätten wir an diesem verlängerten ersten Oktoberwochenende ja in München bei Freunden sein sollen, aber die allseits beliebten Magen-Darm-Infekt-Viren haben uns leider einen Strich durch die Rechnung gemacht … So weit, so schlecht. Aber was soll man lange dem verpassten Städtetrip nachweinen. Die ersten beiden Tage waren wir alle nicht wirklich in der Lage große Ausflüge zu machen, aber am Tag der deutschen Einheit ging es der ganzen Familie wieder so gut, dass wir beschlossen, irgendwohin zu fahren, wo wir noch nie waren.

Nach einiger Suche und Diskussion einigten wir uns auf die Burg Guttenberg, die am Rande des Neckartals, in der Nähe von Bad Wimpfen, liegt. Auch die Kinder waren von der Idee angetan – Ritterburgen ziehen irgendwie immer. Und ein Blick auf die Internetseite sagte uns, dass der Eintritt in die Burg bzw. in das Museum für Familien insgesamt nur 12 € kostet. Das war natürlich eine freudige Nachricht für den Großfamiliengeldbeutel.

Obwohl das Wetter recht kühl und unbeständig war, war es ein toller Ausflug. Die Burg hat eine überschaubare Größe; die Wege sind gut für Kinder jeglicher Altersklassen zu bewältigen. Da wir um die Mittagszeit losgefahren sind, sind wir gleich in die Burgschenke eingekehrt. Der Blick aus den unzähligen Fenstern ist wahnsinnig schön, und die Kinder waren lange damit beschäftigt, Ich sehe was, was du nicht siehst zu spielen. Das Essen war sehr gut und bezahlbar. (Die Kinderportionen waren übrigens gigantisch!) Satt und zufrieden sind wir dann also losgezogen. Wie gesagt, die Größe der Burg ist überschaubar, und so mussten wir nur zwei Minuten zum Museum laufen. Man kommt dabei an der Greifenwarte vorbei und kann einige Eulen und Greifvögel sehen. Den Besuch der Warte mit Flugshow haben wir uns allerdings gespart, denn der kombinierte Familienpreis für Museum, Burg und Greifvogelwarte liegt dann schon bei 40 €.

image

Das Museum ist wirklich auch für kleinere Kinder ein Erlebnis, denn in jedem Raum gibt es Dinge zu sehen, die auch die Kleinen schon spannend finden – Ritterrüstungen, altes Spielzeug, Schaukästen mit nachgestellten Schlachten und natürlich das absolute Highlight: ein echtes Plumpsklo an der Turmmauer. ;)  Um die einzelnen Ebenen der Ausstellung zu erreichen, muss man eine schmale, steinerne Wendeltreppe hinaufgehen. Die Treppe mit den wiederkehrenden Aussichtsfenstern fanden unsere Kinder auch ziemlich cool. Ganz oben erwartet einen dann für den Preis von 50 Cent, die man in einen Kasten werfen muss, sogar ein echtes Schlossgespenst. Von dort aus kann man über einen Mauergang zu einem weiteren Turm gelangen, den man besteigen kann. Von dort oben ist die Aussicht wohl wirklich berauschend. Ich kann das leider nur aus zweiter Hand berichten, denn meine Höhenangst hat mich kurz vor der Mauer schon fast brechen lassen … Ich harrte also wimmernd aus, während meine Kinder und mein Mann heldenhaft den Turm bestiegen. Natürlich tat ich aber jedes Mal, wenn jemand vorbeikam, so, als würde ich intensivst die Mauersteine untersuchen. *hüstel hüstel*

 

imageEs gibt auf der Burg keinen Spielplatz, aber eine Wiese (die bei besserem Wetter wohl zum picknicken gedacht ist), auf der ein formidabler Kletterbaum steht. Außerdem gab es ein Holzfass, das unsere Kinder,nach dem Vorbild anderer Kinder, einen kleinen Abhang hinaufschoben und von dort wieder runterrollen ließen. Irgendwann meinte dann allerdings mein Mann, sie sollten mal damit aufhören. Darüber war ich etwas irritiert, aber auf meine Nachfrage sagte er nur: „Das ist eigentlich als Tisch gedacht, nicht als Spielzeug. Hast du das nicht gesehen?“ Oops …

Ganz zum Schluss sind wir dann noch einen kleinen Waldweg hinunter gelaufen, der vorbei an einem kleinen Gärtchen und mehreren Grabstätten zu der burgeigenen Kapelle führt. Diese war leider verschlossen, aber der Weg dorthin war trotzdem schön und auch wieder nicht zu weit für die Kinder.

Alles in allem ein empfehlenswerter Ausflug!

 

 

Feuertaufe mit Bob

Juhu! Wir haben unser erstes Wochenende als Wohnwagen-Camper gut überstanden!

DSC_0917

Wir hatten einen wirklich schönen Campingplatz nicht weit von uns gefunden, der auch noch faire Preise hat. Ich habe nämlich gelernt, dass es da große Unterschiede gibt. Auf dem Campingplatz auf dem wir waren, ist es so, dass man eine Familienpauschale bezahlt hat – da war dann alles drin: Strom, Wasser, Stellplatz und alle Familienmitglieder. Das war sehr angenehm, da man von Anfang an wusste, welche Kosten auf einen zukommen.

Es war eine gute Idee, mit dem Wohnwagen erstmal eine kurze Exkursion zu machen. Das war ein guter Testlauf um sehen zu können, wie alles so läuft, was wir noch brauchen und was wir noch verbessern müssen.

Gemüse waschen an der eigenen Wasserstelle.

Gemüse waschen an der eigenen Wasserstelle.

Da es an diesem Wochenende zwischen 35°C und 36°C warm war, wissen wir jetzt auf jeden Fall schon, dass man es auch bei extremer Hitze schaffen kann in Bob zu überleben ;)

Ich persönlich war wieder davon überrascht, wie bequem man es in unserem kleinen Wohnwagen hat. Gut, es war wirklich schönes Wetter, weshalb wir nicht gezwungen waren, uns lange im Wohnwagen oder im Vorzelt aufzuhalten. Ein stürmischer, regnerischer Tag wäre bestimmt anstrengend … Aber schlafen und essen lässt es sich wirklich gut in unserem Bob.

Was auch nett war, war, dass wir ein paar gute Tipps von anderen, erfahreneren, Campern bekommen haben. Ich muss ja zugeben, dass ich gewisse Vorurteile gegen (vor allem Dauer-) Camper hege. Und viele Klischees kommen auch nicht von ungefähr, aber man muss sagen, dass die Camper an sich ein recht nettes Völkchen sind.

Wir sind auf jeden Fall total glücklich über unseren Wohnwagenkauf ♡

 

Wohnwagenverschönerung I

Nun steht Bob endlich vor unserer Tür und wir können damit beginnen, ihn für unsere Bedürfnisse zu optimieren. Das ist so cool!

DSC_0838

Ich muss zugeben, dass die Fahrt von seiner alten Heimat (im Schwarzwald) zu uns nach Hause ziemlich anstrengend war. Da war ich erstmal ganz schön ernüchtert. So mit 80 km/h über die Autobahn ist wirklich seeehhhhhrrrr langsam ;) Daran werden wir uns noch gewöhnen müssen.

Nach den etwas gemischten Gefühlen vom Vormittag, ob diese Art des Reisens nicht doch etwas zu „langsam“ für uns ist, bin ich jetzt schon wieder ganz versöhnt mit unserem kleinen Wohnwagen.

Ein paar alte Aufkleber mussten entfernt werden

Ein paar alte Aufkleber mussten entfernt werden

Wir haben es hinbekommen, in einem Rekordtempo kleine Veränderungen bzw. Verschönerungen vorzunehmen. Das ist so eine befriedigende Erfahrung! Vor allem weil man weiß, dass man lange etwas davon haben wird.

Der neue Fallschutz für das Stockbett. Das Brett soll in Runde II noch verschönert werden, aber im Moment tut es auch so seinen Dienst.

Der neue Fallschutz für das Stockbett. Das Brett soll in Runde II noch verschönert werden, aber im Moment tut es auch so seinen Dienst. Links hat mein Mann noch eine Mini-Strickleiter installiert, damit unsere Kleine besser hoch kommt.

Dann haben wir auch spontan im Wohnwagen zu Mittag gegessen und später auch noch eine fika (schwedisch für Kaffee trinken und Kuchen essen) gemacht. Und schon haben wir uns ganz heimelig gefühlt in Bob. Positiv überrascht hat uns außerdem, wie viel Platz an dem großen Tisch (dem Masterbed) ist. Wir saßen dort zu fünft und es hätten locker noch zwei weitere Personen mit an den Tisch gepasst.

Mein Mann und die beiden Großen haben dann auch gleich eine Nacht im Wohnwagen geschlafen. Und sie haben allesamt gut geschlafen. Das lässt auf viele angenehme Reisen hoffen …

Nun wollen wir weiter an Bob rumwerkeln und ihn mit ein paar nötigen Dingen wie Besen, Geschirr, etc. ausstatten und ihn dann auch schon bald auf eine erste kleine Reise entführen. Ich werde berichten :)

 

 

 

Bob ist da!

Wir sind so aufgeregt!

Seit gut einem Jahr liebäugeln wir damit, uns einen Wohnwagen zu kaufen. Und gestern haben wir es relativ spontan einfach getan :O

Es ist ein Knaus Passat aus dem Jahre 1969. Er hat also schon einige Jahre auf dem Buckel, aber er ist in einem unfassbar guten Zustand. So wie es scheint, waren alle Vorbesitzer echte Liebhaber und haben sich sehr sehr gut um ihn gekümmert. Alles was wichtig ist, ist intakt, nichts müffelt, fault oder fällt ab.

Die Kinder haben bestimmt, dass er Bob heissen soll. Ich finde das angesichts seiner runden 60er-Jahre Optik ziemlich passend.

Nun heißt es also, Bob noch so aufzuhübschen und herzurichten, dass er sich wie unserer anfühlt!  Wir sind voller Tatendrang und freuen uns schon jetzt auf all die Urlaube und Kurztrips, die wir mit ihm und in ihm erleben werden!

Bob wird natürlich ab jetzt auch regelmäßiges Thema dieses Blogs sein.

Yay!

 

 

Über Urlaub auf Texel

Ich liebe es, unsere Urlaube zu planen. Immer weiter in ein Thema einzutauchen gefällt mir einfach sehr. Aber zuweilen kann es anstrengend werden, wenn man so gar keinen Anhaltspunkt hat. Da kann man sich schon mal in den unendlichen Möglichkeiten und Angeboten, die das Internet so bietet, verlieren. Als ich vor zwei Jahren wieder auf der Suche nach einem neuen Reiseziel war, ist mir wieder eingefallen, dass ich als kleines Kind zwei Mal mit meiner Familie Urlaub auf der kleinen niederländischen Insel Texel gemacht hatte. Ich weiß nicht genau, warum es mir wieder eingefallen ist, denn eine aktive Erinnerung daran habe ich nicht. Aber der Name Texel  ist immer in meinem Kopf herumgeschwirrt, da ich ihn so einprägsam fand.

Nach einiger Recherche war dann auch schnell klar, dass wir dorthin fahren würden. Von uns aus sind es knapp 600 km bis Den Helder, dort nimmt man die Fähre (das dauert nur zwanzig Minuten), und schon ist man auf Texel. Das wirklich Schöne ist, dass es vom Fährhafen nur noch maximal 30 Minuten bis zum Feriendomizil sein können – denn größer ist die Insel einfach nicht.

DSC_0407

Diese überschaubare Größe der Insel haben wir alle als unglaublich entspannend empfunden. Man kommt nie in die Verlegenheit, überlegen zu müssen, ob man nicht vielleicht doch noch einen größeren Ausflug dort oder dorthin machen sollte. Es ereilt einen einfach nie das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Außerdem ist fast jeder Ausflug mit dem Fahrrad zu bewältigen. Und – wen wundert das in Holland – die Fahrradwege sind super! Wer sein Fahrrad nicht mitbringen kann oder will findet zudem überall Verleihstationen.

DSC_0480

Texel bietet alles was man für einen tollen Urlaub braucht: Meer, breite, lange Sandstrände, Strandhütten, Spielplätze, gutes Essen, gute Einkaufsmöglichkeiten, Leuchttürme, und und und. Mit Hund ist es auch wirklich angenehm auf Texel (meiner Erfahrung nach ja in ganz Holland). Gefühlt hat mindestens jeder zweite Niederländer selbst einen Hund und Auslauf gibt es mehr als genug. Nun muss man dazu sagen, dass unser Hund bereits ein alter, gemütlicher Herr ist und wir auch nie in der Hochsaison dort waren (einmal am Ende der Sommerferien, einmal an Pfingsten), aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es in der Hauptsaison schwierig ist Urlaub mit Hund auf der Insel zu machen.

Mein einziger Wermutstropfen ist der Wind … denn, wie auf jeder Insel, ist es nunmal meistens windig ;)

DSC_0224

… aber gegen den Wind hilft, sich in Papas T-Shirt zu verstecken …

 

Wir hatten uns für ein Ferienhaus in einem Ferienpark entschieden, es gibt aber unzählige andere Möglichkeiten unterzukommen. Es gibt Campingplätze, mobile homes, Hotels, aber auch private Campingplätze, bei denen man auf Privatgrundstücken sein Zelt aufschlagen kann oder sein Wohnmobil abstellen kann.

Es gibt natürlich einige berühmte Ausflugsziele auf Texel. Allen voran das Nordsee-Zentrum Ecomare.  Es ist wirklich toll dort, aber leider auch relativ teuer. Besonders gut gefallen hat uns und unseren Kindern das Shipbreuk- en Juttersmuseum in De Koog – ein total skurriles und extrem nett gemachtes Schiffsbruch- und Strandräubermuseum. Vor Allem bei gutem Wetter ist der Spielplatz für Kinder ein riesiger Spaß; dort kann man z.B. in alte Mini-U-Boote klettern. Mein Geheimtipp ist der Rommelmarkt in Den Hoorn, ein Flohmarkt im kleinen Städtchen Den Hoorn, der jeden Montag von 13:30 bis 16 Uhr stattfindet. Dort gibt es viel Schrott, aber ich habe dort auch schon einige Highlights erworben und das dann auch noch meist für gerade mal einen Euro.

Außerdem kann man lammetjes knuffelen (also Lämmer streicheln), man kann auf der zelfpluktuin selbst Tomaten, Brombeeren, Himbeeren und Erdbeeren pflücken, die Tide beobachten, lange Spaziergänge durch die Dünen, am Strand oder durch die kleinen Dörfchen machen.

DSC_0401

Kulinarisch bietet Texel – wer hätte es gedacht – vor allem Fisch und andere Meerestiere. Essen im Restaurant ist verhältnismäßig teuer, aber in den Fischbuden, die es überall gibt, kriegt man zu fairen Preisen leckeren Fisch: z.B. kibbeling (kleine frittierte Fischstücke, die man den Kindern als Fischstäbchen verkaufen kann) oder lekkerbek (ein großes frittiertes Fischstück), oder Hering. Ein großes Highlight für unsere Kinder waren die poffertjes: Mini-Pfannkuchen, zu denen Puderzucker und Sirup in großen Mengen serviert werden.

In jedem kleinen Städtchen finden regelmäßig Märkte statt, auf denen man typische Produkte wie Käse, Fisch, Wurst und Lammfelle kaufen kann. Oft gibt es dabei auch ein kleines Karussell oder andere Attraktionen für Kinder. Außerdem ist oft noch zumindest ein kleiner Flohmarkt angeschlossen.

Wirklich schön sind die „Pavillons“ an den sogenannten paals. Meistens gibt es dort ein Restaurant oder eine Bar und oft auch kleine Strandboutiquen, die Strandspielzeug, Klappstühle und manchmal auch Klamotten verkaufen. Paal bezeichnet einen Strandabschnitt; jeder hat also eine eigene Nummer. An einigen paals kann man auch Strandhütten mieten. Diese sind mit einigen Strandliegen, einem Windschutz und einem Wasserhahn ausgestattet. Wenn man eine solche Hütte für einige Tage am Stück mietet kann man dort auch seine Strandsachen lagern.

 

IMG_8231

Das Texel-eigene Bier, dessen Brauerei ebenfalls besichtigt werden kann.

Auf keinen Fall verpassen sollte man das Texels-Bier, das auf der Insel gebraut wird. Das gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Mir schmecken sie alle ;)

In diesem Sinne: Proost und tot ziens op Texel!

P.s.: Wenn sich wirklich einmal jemand von euch nach Texel verirren sollte oder es vielleicht sogar schon getan hat, freue ich mich sehr über einen Kommentar :)

 

 

 

 

Essen am Lagerfeuer

Als wir vor einigen Jahren mit einem befreundeten Pärchen gemeinsam in Schweden im Urlaub waren, hatte unser Freund T die tolle Idee, unten am See ein Lagerfeuer zu machen und dort zu grillen. Wir grillten also dicke, schwedische Würstchen (die tatsächlich nur mein Mann mochte – ich glaube, mit schwedischen Würstchen muss man aufgewachsen sein, um sie zu mögen) und Stockbrot. Unser lieber T wäre aber nicht der der er ist, wenn er nicht noch ein kleines Tüpfelchen vom i im Ärmel gehabt hätte … Deswegen pimpte er das Stockbrot noch mit Bacon-Scheiben, die er um das Ganze herumwickelte. Ein Traum!

Der Abend wurde für uns alle unvergesslich. Die Kinder (damals waren es insgesamt erst drei) waren so wie wir in den Bann des Feuers, des Sees und der Stimmung gezogen und saßen friedlich auf großen Steinen und aßen. Wir redeten, tranken Dosenbier, machten tolle Fotos und verbrachten en riktig svensk sommarnatt. Ob es Zufall ist, dass ein Dreivierteljahr später zwei weitere Babies geboren wurden … ?

Wir am Möckelnsee in Südschweden, fotografiert von unserem Freund T

Wir am Möckelnsee in Südschweden, fotografiert von unserem Freund T

Seitdem legen wir auch zu Hause oft einfach ein paar Holzscheite auf den Grill, um ein kleines Feuer zu haben, über dem wir Stockbrot oder Würstchen grillen können. Dann fühlen wir uns immer ein bisschen wie im Urlaub.